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und stammte aus einer Familie ausgezeichneter Kriegsleute. Seine erstenLorbeeren erwarb er sich als 21 jähriger Jüngling 1854 im Krimkriege,wo er bei der Belagerung der russischen Stadt Sebastopol durch dieFranzosen und Engländer schon eine staunenswerte Kaltblütigkeit anden Tag legte.
Die ruhmvollste Periode seines Lebens aber waren die Jahre 1860bis 1863 , wo wir ihn in China finden. Dort war eine große Revolutionausgebrochen, und das „Reich der Mitte" drohte unter den Schlägen derTaiping-Rebellen in Stücke zu gehen. Die Taipings, die sich wie zumHohn „Kinder des Friedens" nannten, führten einen schrecklichen Ver-nichtungskrieg gegen die Anhänger der Regierung. Da stellte sich dertapfere Gordon an die Spitze eines 4000 Mann starken chinesischenHeeres gegen eine ungeheure feindliche Übermacht. Seine Soldaten warenunzuverlässig, versagten oft den Gehorsam, liefen aus den Reihen unddrohten sogar einmal, alle englischen Offiziere niederzumachen. AberGordon wußte sie zu bändigen. Im dichtesten Schlachtgewühl trug erniemals eine andere Waffe, als einen Stock. Mit diesem lenkte er seineSoldaten auf die gefährlichsten Punkte hin, und da er sie von Sieg zuSieg führte, also daß seine kleine Schar die „immer siegreiche" hieß,nannten sie diesen Stock seinen Zauberstab. Das Geheimnis solchenHeldenmutes und solcher völligen Furchtlosigkeit mitten in der größtenLebensgefahr war sein kindliches Gottvertrauen. Einmal geriet er mittenunter die Feinde und mußte bei ihnen die Nacht zubringen; aber obwohlsie ihn erkannten, ließen sie ihn am Morgen unbehelligt weggehen. Seinmächtiger Blick hatte sie gebannt. Binnen 16 Monaten war die Rebellionvöllig niedergeworfen, die 14 Jahre hindurch' China aufs tiefste be-unruhigt hatte.
Selten und großartig war Gordons Verachtung aller Ehre bei denMenschen und alles irdischen Besitzes. Als ihm der Kaiser von Chinanach der Bewältigung des Aufstandes zum Dank 250 000 Frankenschenken wollte, nahm er sie wohl an, verteilte sie aber unter die Soldaten.Die Kaiserin von China hatte ihm eine große goldene Medaille geschenkt,auf welcher alle seine Heldenthaten aufgezeichnet waren. Einige Zeitnachher langte dieselbe, nachdem die Inschriften sorgfältig ausgekratztworden, von unbekannter Hand in England an, um für die damalshungernden Baumwollarbeiter in Manchester als Liebesgabe zu dienen.Seiner Mutter schrieb er damals: „Glaube nicht, ich habe ein unem-pfängliches Gemüt; aber mir liegt wenig oder nichts an einer glänzendenBeförderung oder andern Dingen, von denen in der Welt gefabelt wird.Ich werde China ebenso arm verlassen, wie ich es betrat, aber mit demGedanken, daß durch meine schwache Mitwirkung 80—100 000 Menschen-leben gerettet worden sind. Eine andere Genugthuung begehre ich nicht."
Die zweite Periode seiner Thätigkeit brachte Gordon 1865 — 71 inEngland zu, wo er zu Gravesend am Ausfluß der Themse die Be-