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Auf der neuen Fahrt fragt Reprobus überall nach dem, der größersei, denn der Teufel; aber lange kann er keine Auskunft erhalten. End-lich kommt er durch den Willen Gottes zu einem frommen Einsiedler.Dieser freut sich über sein Vorhaben und erzählt ihm, wie Christusmächtig und herrlich sei, und wie großen Lohn er seinen Dienern gebe.Wenn er ihm dienen wolle, so müsse er nur viel fasten und beten.Reprobus aber wollte noch mehr thun. Da sprach der Eremit: „Sieh,dort unten fließt ein tiefes Wasser, über das weder Brücke noch Stegführt. Willst du die Menschen darüber tragen um Gottes willen, sogefällst du dem Herrn Christo mit solchem Dienste gar wohl; denn nichtumsonst hat er dir Größe des Leibes und Stärke des Armes verliehen."„Wohl", sprach Reprobus, „das will ich gerne thun". Er baute sicham Ufer des Stromes ein Hüttlein, und wer nun kam, den trug erüber das Wasser und wartete seines Dienstes unverdrossen Tag undNacht. Dabei dachte er mit großem Verlangen in seinem Herzen:„Wenn doch nur der Herr Christus selbst einmal kommen wollte!"
In einer Nacht nun, da Reprobus besonders müde geworden war,legte er sich nieder und schlief alsbald ein. Nicht lange, so ruft einezarte Kinderstimme: „Reprobus, Reprobus, trag mich hinüber!" Er-steht auf, findet niemand und geht wieder schlafen. Bald ruft die Stimmewieder; er läuft abermals hinaus, denkt, wie er niemand sieht, er habegeträumt, und legt sich wieder nieder. Da hört er zum drittenmal seinenNamen rufen, und wie er zum drittenmale geht, sieht er ein Knäbleinvor sich stehen. Das schaut ihn mit wunderbar tiefem Blicke an undbittet freundlich: „Trage auch mich über das tiefe Wasser!" „Herzlichgerne", dachte Reprobus, hob es auf seine riesigen Schultern,'nahmseinen Stab und schritt ins Wasser. Aber alsbald fing es an zu schwellenund zu brausen, und das Kindlein ward immer schwerer. Das Wasserward immer größer, und das Knäblein drückte seinen Nacken nieder,daß er meinte, er müsse ertrinken. „Ei, Kind", spricht er keuchend, „wiebist du doch so schwer! Mir ist, als trüg' ich die ganze Welt auf meinenSchultern. Ich glaube, ich komme nicht mehr durch." „Fürwahr",spricht das Kind, „du trägst mehr als die ganze Welt; denn du trägstden, der sie erschaffen hat!" Dann tauchte der Knabe seinen Trägerunter das Wasser und sprach: „Hiemit taufe ich, dein Herr Christus,dich, und du sollst fortan Christophorus, der Christusträger heißen."In seliger Freude erhob sich Christophorus aus dem Wasser, da war