zogen die Hegelingen-Recken heim. Gudruns Mutter Hilde, die schondurch vorausgesandte Boten benachrichtigt worden war, empfing die solange Jahre schmerzlich entbehrte und beweinte Tochter mit wonnigemEntzücken. Die glückliche, großmütige und mit Dank gegen Gott erfüllteGudrun wollte nun auch andere an ihrem Glücke teilnehmen lassen undden verderblichen Völkerstreit zwischen den Hegelingen und Normannenaus der Welt schaffen. Sie vergaß all das namenlose Weh, das sieerduldet. Auf ihr Bitten wurde Hartmut freigelassen und mit dertreuen Hildburg verlobt. Gudrun bewirkte ferner, daß ihr BruderOrtwin die sanfte Ortrun, und König Siegfried die SchwesterHerwigs zum Weibe nahm. Eine vierfache, fröhliche Hochzeit löschteallen Haß aus, und die treue Gudrun lebte fortan als Königin ander Seite ihres geliebten Herwig in Glück und Frieden.
SS. Mohammed und der Islam.
Nach F. Oehninger, Geschichte des Christentums.
Die Christen der ersten Jahrhunderte zeichneten sich nach demVorbilde des Heilandes durch innige Bruderliebe und Demut aus.Die vielen Verfolgungen, die über sie hereinbrachen, vermochten sie nurzu läutern und im Glauben zu stärken. Als aber später das Christen-tum Staatsreligion wurde, so erkaltete die Liebe in vielen. Sie gewannendie Güter der Welt lieb und trachteten nach äußerer Macht und Ehre.An die Stelle der Demut trat Herrschsucht, und die Hirten der christ-lichen Herden stritten über die Glaubenslehren. Von dem ursprünglichenChristentum war nur ein Schein geblieben. Andachtsübungen, Wall-fahrten und fromme Werke gab es genug, aber fast nirgends ein Lebenin selbstverleugnender Demut, Treue und Barmherzigkeit. Da hub Gottan, die abgefallene Christenheit mit der Rute zu schlagen, wie er vorZeiten an Juda und Israel gethan. Diese Zuchtrute war hauptsächlichder Islam, eine neue Religion, welche 600 Jahre nach Christo durchMohammed in Arabien gestiftet wurde. Mohammed wurde zu Mekkain jenem südlichen Teile der Halbinsel geboren, den man im Altertumschon das glückliche Arabien nannte. Dort gedeihen Weihrauch,Zuckerrohr, Kaffee, Granatäpfel, Feigen und Datteln; dort allein giebtes größere Städte, mit einer durch Karawanen- und Seehandel reichgewordenen Bevölkerung, während die übrigen Araber als Nomaden