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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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arabischen Reichen gelangten Kunst und Wissenschaft zu hoher Blüte.Noch jetzt bewundert man die Baudenkmäler aus jener Zeit, z. B. dieAlhambra, einen mohammedanischen Tempel in Granäda; noch jetztrechnen wir mit arabischen Ziffern und ihrem Zahlensystem. Alleindie Wege des Islam sind mit dem Blut der Erschlagenen getränkt.Aller äußere Glanz, der übrigens längst verblichen ist, vermag dieinnere Roheit der mohammedanischen Völker nicht zu verbergen. Dieszeigen z. B. die Sklavenjagden in Afrika und die Türkengreuel inArmenien, wo in unserer Zeit, unter den Augen der christlichen Groß-mächte, mehr als 100000 Christen von den Söhnen des Prophetenin grauenhafter Weise hingeschlachtet worden sind.

34. Die Kreuzzüge.

Nach F. Oehninger. Geschichte des Christentums.

Ende des elften Jahrhunderts ergriff die christlichen Völkereine gewaltige Bewegung, welche 200 Jahre lang dauerte. Es sinddie sogenannten Kreuzzüge, deren sieben gezählt werden. — Die Kirchewar in Reliquiendienst versunken. Wie man Gebeine heiliger Personenoder ähnliche Gegenstände abergläubisch verehrte, so galt nun das heiligeGrab, wo Jesu Leichnam geruht hatte, und das heilige Land, wo ergewandelt hatte, als die höchste Reliquie. Schon zur Zeit des erstenchristlichen Kaisers Konstantin, dessen Mutter Helena die „Kirche desheiligen Grabes" erbauen ließ, kam das Wallfahren nach Jerusalemund den heiligen Stätten auf. Die Reliquien und Erinnerungen, dieman von dort zurückbrachte, hatten in den Augen der Christen hohenWert, und immer mehr erwachte die Begierde, solche Heiligtümer, Wasseraus dem Jordan, Splitter vom Kreuze Christi, Erde des heiligenLandes u. s. w. zu besitzen. Alan glaubte, der Vergebung der Sündenund der Seligkeit gewiß zu werden, wenn man den Strapazen einersolchen Pilgerreise sich unterziehen, am heiligen Grabe beten oder garim gelobten Lande sein Leben beschließen könnte. Wer im dunklen Pilger-kleide mit Stab und Tasche die große Wallfahrt unternahm, der konnteüberall, besonders in den Klöstern, auf gastliche Aufnahme rechnen.

Nachdem aber das gelobte Land samt Jerusalem in die Gewaltder mohammedanischen Türken gefallen war, wurden die Christen, so-wohl die niedergelassenen als die Pilger, von ihnen grausam bedrückt,oft in Scharen beraubt und ermordet und die christlichen Heiligtümer