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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
Entstehung
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117
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ausbreiten werde. Wer im heiligen Kriege falle, sei aller Sünden-strafen ledig und fahre direkt ins Paradies, wo schwarzäugige Jung-frauen den Seligen bedienen werden, da ruhe er in schattigen Hainenmit sprudelnden Quellen, wohne in marmornen Palästen und labesich an herrlichen Getränken und köstlichen Früchten. Kein Gläubigerbleibe ewig in der Hölle, wie er auch gelebt haben möge, wohl aberalle Juden, Christen und Heiden.

Um die Muselmänner, wie Mohammeds Anhänger genannt wer-den, mit Mut und Todesverachtung zu erfüllen, lehrte er ferner denFatalismus: Dauer, Schicksal und Ausgang des Menschen sei durchgöttlichen Ratschluß unabänderlich voraus bestimmt; wen sein Schicksalereile am Tage der Schlacht, der wäre ihm auch im Frieden des Hausesnicht entgangen. Kein Wunder, daß seine Streiter mit unwiderstehlicherTapferkeit sich in die Feinde stürzten, nicht nur Mekka gewannen,sondern ganz Arabien unterwarfen und die Welt zu erobern sich an-schickten! Mohammed selbst scheute, um seine Absichten zu erreichen,auch Gift und Dolch nicht; nach arabischen Zeugnissen sind sechs vonihm begangene Meuchelmorde erwiesen. So leuchtet das Licht diesesPropheten matt und trübe wie der Halbmond, der das Zeichen seinerReligion geworden ist.

Mohammed nannte seine Lehre, die ein seltsames Gemisch vonWahrheit und Lüge ist, Islam, d. h. Ergebung in Gottes Willen.Mekka machte er zur heiligen Stadt und empfahl allen Gläubigen,während ihres Lebens mindestens eine Wallfahrt nach der Kaabazu machen. Dies ist ein uralter Tempel in Mekka, in dem ein schwarzer,vom Himmel gefallener Stein als Zeichen des Bundes mit Gott ver-ehrt wird. Nachdem der Prophet noch die größten Herrscher derErde aufgefordert, sich ihm zu unterwerfen, starb er, wie er selbst vordem Tode bezeugte, an den Folgen eines Giftes, das ihm eine seinerFrauen, eine Jüdin, gereicht hatte. Seine Lehren und Aussprüchewurden erst nach seinem Tode im Koran, dem hl. Buche der Mo-hammedaner, gesammelt. Die Nachfolger des Propheten hießen Kalifenund eroberten Persien, Syrien, Palästina, Ägypten, Nordafrika; ja, dieMauren, ein mohammedanisches Volk in Nordafrika, gründeten sogarin Spanien ein glänzendes Reich. Als sie aber ihren Fuß nach Frank-reich hinübersetzten, wurden sie für immer von Karl Martell, demGroßvater Karls des Großen, zurückgeschlagen. In einzelnen