Man kann sich denken, daß am nächsten Tage, als Thomann mitseinen Genossen auf dem Schießplatz erschien, der Festjubel noch höhereWellen schlug als zuvor, und daß jedermann sich beeiferte, den liebenGästen möglichst viel Ehre und Freundschaft zu erweisen. Ließ dochder Straßburger Rat zur Erinnerung an den „Züricher Breitopf" einigeDenkmünzen, sowie einen silbernen Kredenzteller anfertigen, auf welchenin Reliefarbeit die hervorragenden Ereignisse der Reise geprägt waren.Dieser Teller ist noch heutigen Tages in Zürich zu sehen; der Breitopfdagegen, welcher sich auf der Stadtbibliothek von Straßbnrg befand,ward während der Beschießung 1870 leider zerstört.
64. Sonntags am Rhein.
Robert Reinick, Lieder.
1. Des Sonntags in der Morgenstund' wie wandert's sich so schönam Rhein, wenn rings in weiter Rund' die Morgenglocken gehn!
2. Ein Schisflein zieht auf blauer Flut, da singt's und jubelt's drein;du Schifflein, gelt, das fährt sich gut in all die Lust hinein?
3. Vom Dorfe hallet Orgelton, es tönt ein frommes Lied,andächtig dort die Prozession aus der Kapelle zieht.
4. Und ernst in all' die Herrlichkeit die Burg herniederschautund spricht von alter, guter Zeit, die auf den Fels gebaut.
5. Das alles beut der prächt'ge Rhein an seinem Rebenstrandund spiegelt recht im hellsten Schein das ganze Vaterland.
6. Das fromme, treue Vaterland in seiner vollen Pracht,mit Lust und Liedern allerhand vom lieben Gott bedacht.
65. Der liliein.
1. In den rbätisoben ^.lptzll, rvo die Oesällge kreier Älplererklingen, entspringt lustig nnä jugendkriseb der vielbesungeneÜbeln. 2rviseben Lis- nnä Kobneskeläern braust er dabin, rvietausend andere Lergrvasser des Sebrvei^erlandes, und niemandabnt an der ^Viege dieses bilden seine einstige 6röLe.
^Vie mit drei mäebtigen ^Vurrieln blammert sieb der Stroman den 8t. Onttbard, aus dessen stille er den unversiegenden