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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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«6. Rätsel.

Friedrich Schiller, Gedichte.

I.

Kennst du das Bild auf zartem Grunde?

Es giebt stch selber Licht und Glanz;ein andres ist's zu jeder Sluude,und immer ist es frisch und ganz.

Im engsten Raum ist's ausgeführet,der kleinste Rahmen faßt es ein;doch alle Größe, die dich rühret,kennst du durch dieses Bild allein.

Und kannst du den Krystall mir nennen?Ihm gleicht au Wert kein Edelstein;er leuchtet, ohne je zu brennen;das ganze Weltall saugt er ein.

Der Himmel selbst ist abgemaletin seinem wundervollen Ring.

Und doch ist, was er von sich strahle»,noch schöner, als was er empfing.

II.

Asse heißt das Ding, das wen'ge schätzen? Aein Blut vergießr's und macht doch Wunden,Doch ziert's des größten Kaisers Hand; niemand beraubt's und macht doch reich;es ist gemacht, um zu verletzen, es hat den Erdkreis überwunden,

am nächsten ist's dem Schwert verwandt, es macht das Leben sanft und gleich.

Die größten Reiche hat's gegründet,die ält'sten Städte hat's erbaut;

Loch niemals hat es Krieg entzündet,und Heil dem Volk, das ihm vertraut l

67. Sinnsprüche.

Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte. Stille Wasser grün-den tief. Keines Herz und froher Mut stehn zu allen Kleidern gut.Sei gut, und laß von dir die Menschen Böses sagen!

Wer eigne Schuld nicht trägt, kann leichter fremde tragen.

Rückert.

/ Es Wird nichts so sein gesponnen,

/ es kommt doch endlich an die Sonne».

Hoffen und Harren macht manchen znin Narren. Mit Harrenund Hoffen hat's mancher getroffen.

In wenigen Stunden hat Gott das Rechte gefunden. Goethe.Sorgen sind meist von der Nesseln Art;sie brennen, rührst du sie zu zart;fast' sie nur an recht herzhaft,so ist der Griff nicht schmerzhaft. Gciber.