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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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68. Der erste Schritt.

Meta Heußer, Gedichte.

Du hast den ersten Schritt gethan,o Knabe, das ist viel!

Nun reihet Schritt an Schritt sich an,der weite Weg ist ausgethanans unbekannte Ziel,

Der erste Schritt in eigner Kraft!

Dem jauchzet alles zu.

Nicht immer bleibt es so wie nun,wohl manchen Schritt wirst du einst thun,den niemand lobt als du.

Mie gerne würd' ich deinen Gangdurch lauter Blumen sehn;doch Steine giebt's auf jeder Flur,durch Straucheln und durch Fallen nurlernt sich das rechte Gehn.

Doch eines nimm, geliebtes Kind,ins Wanderleben mit:

Wie du auch schreitest frank und freiein Unsichtbarer ist dabei,der leitet deinen Schritt.

Mohin und wie? Ich weiß es nicht,er muß es wohl versteh»!

Und lenkt Er Leine Schritte nurauf seines Reiches lichte Spur,so wird's ein selig Gehn.

6S. So ein Unterricht wird verstanden nnd gehtans Herz.

H. Pestalozzi, Lienhard und Gertrud. I. Teil.

^ber, ihr Lieben, wie ist's diese Woche mit dem Rechtthun ge-gangen? Die Kinder sehen eines das andere an und schweigen.

Mutter. Anneli, thatest dn recht in dieser Woche?

Anneli. Nein, Mutter, du weißt es wohl mit dem Brüderlein.

Mutter. Anneli, es hätte dem Kind etwas begegnen können;es sind schon Kinder, die man so allein gelassen hat, erstickt. Und überdas, denk nur, wie's dir wäre, wenn man dich in eine Kammer ein-sperrte und dich da hungern und dürsten und schreien ließe! Die kleinenKinder werden auch zornig und schreien, wenn man sie lange ohneHilfe läßt, so entsetzlich, daß sie für ihr ganzes Leben elend werdenkönnen. Anneli, so dürfte ich, weiß Gott, keinen Augenblick mehr ruhigvom Hause weg, wenn ich fürchten müßte, du hättest zu dem Kindenicht recht Sorge.

Anneli. Glaube mir's doch, Mutter, ich will gewiß nicht mehrvon ihm weggehen.