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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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S6. Ein fahrender Schüler.

Aus Thomas Platters Lebensgeschichte. Herausgegeben von D. A. Fechter.

a.. Die erste Wanderung.

A-ch was zechend jar alt, do kam einer, der was mier geschwistergetkind, der was den schulen nachzogen gan Ulm und Minchen Münchensim Peierland,was ein Summermatter, mins alten großvatters suns sun;der selb student hieß Paulus Summermatter. Dem hatten mine frindvon mier gesagt, verhieß inen, er Welt mich mit im nemmen und in tütsch-land der schult nach fierren. Als nun Paulus wider wandten wollt, solt ichzu im gan Stalden (im Vispthal) kummen. Innert Stalden ist ein huß,das heisset zmilibach; do wonet einer, hieß Simon zu der Summer-matten, was miner mutier bruder, der solt min Vogt sin; der gab mierein goldguldin, den trug ich im hendlin biß gan Stalden, luget offtunder wägen, ob ich in noch hette, gab in dem Paulo. Also zugen wierzum land. Do mießt ich vor mier anhi heischen und minem BacchantensStudentens, dem Paulo, ouch gen, dan von swegens miner einfeltikeitund ländlichen sprach gab man mier vill. Als wier über den bergGrimßlen sGrimsels nachtz in ein wirtzhuß kämmen, hatt ich nie keinkachellofen gsächen und schein der mon in kachlen; do wond swähnts ich,es Wert so ein groß kalb, dan ich gsach nur zwo kachlen schinen, dasmeint ich die ougen sin. Morndes gsach ich gens, deren ich nie keimgsächen hatt; do meint ich, do sy mich anpfiseten, es Wert der tüffellund wette mich fressen, floch und schrei sschries. Zu Lucern gsach ich dieersten ziegell tächer, do verwundret ich mich ab den rotten tächren. Kamendemnach gan Zürich. Do wartet Paulus uff ettlich gsellen sGesährtensdie wollen mit uns in Missen Meißens ziechen. Die will sunterdessensging ich gan heischen, das ich den Paulum ouch schier zoch sernährtes;dan wo ich in ein wirtzhuß kam, horten mich die lüt gären sgernesdie Wallesser sprach reden und gaben mier gären.

b. In Sachsen und Schlesien.

Von Dresden brachen wir auf und zogen auf Breslau zu; mußtenviel Hunger unterwegs erleiden, also daß wir etliche Tag nichts alsZwiebeln roh gesalzen aßen, etliche Tag gebratene Eicheln, Holzäpfelund Birnen. Manche Nacht mußten wir unter heiterm Himmel liegen,