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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Dennoch unternahm der kühne Mann noch eine vierte Reise, umdie Meerenge aufzufinden, welche nach seiner Ansicht aus dem karibischenMeer in das indische führen mußte. Er segelte von Honduras der Küsteentlang bis gegen Panama hin, ohne jedoch eine Durchfahrt zu finden.Auf seiner Rückfahrt hatte Kolumbus furchtbare Gefahren zu bestehen.Nachdem alle seine Schiffe zu Grunde gegangen waren, schmachtete ermit seiner Mannschaft acht Monate lang auf einer Insel unter denWilden in der äußersten Not, bis endlich ein Schiff erschien und ihnnach Spanien zurückbrachte.

Kolumbus starb, 59 Jahre alt, zu Valladolid in Spanien. DreißigJahre später wurde sein Leichnam nach Haiti übergeführt. Die Kette,mit welcher er einst gefesselt war, wurde ihm, wie er verordnet hatte,mit ins Grab gelegt. Der von ihm entdeckte Erdteil aber erhielt nichtnach ihm, sondern nach dem Italiener Amerigo, der ihn zuerst be-schrieb, den Namen Amerika. — Als die Spanier im Jahr 1795Haiti an Frankreich abtreten mußten, brachten sie den Sarg des Ent-deckers nach Havanna auf Cuba. Im Jahr 1898 verlor Spanienden letzten Rest seiner amerikanischen Besitzungen an die VereinigtenStaaten. Nichts konnte die einst so stolze Weltmacht von dem neuenErdteil retten, als die Gebeine des großen Toten, die jetzt mit könig-lichen Ehren zu Sevilla in Spanien bestattet wurden.

126 . Das Ei des Kolumbus.

Friedrich Förster, Christoph Kolumbus. II. Bd.

^Aei einem Feste, welches der Kardinal Mendoza dem Kolumbuszu Ehren veranstaltete, hielt er ihm eine große Lobrede wegen der vonihm gemachten Entdeckung, welche er den größten Sieg nannte, den je-mals der Geist eines einzigen Mannes erfochten habe. Die anwesendenHerren vom Hofe nahmen es übel auf, daß einem Ausländer, nochdazu einem Manne, der nicht einmal von vornehmer Herkunft sei, sogroße Auszeichnung erwiesen würde. „Mich dünkt", hub einer der könig-lichen Kammerherren an, „der Weg nach der sogenannten neuen Weltwar nicht so schwer zu finden, der Ozean stand überall offen und keinspanischer Seefahrer würde den Weg verfehlt haben". Mit vornehmemGelächter, hinter welches sich so gern die Dummheit verbirgt, gab dieGesellschaft dieser Äußerung ihren Beifall zu erkennen, und mehrereStimmen riefen: „O, das hätte ein jeder von uns gekonnt!"