Land war in Bewegung gesetzt durch die Nachricht von einer neu ent-deckten Welt. In kurzer Zeit hatten sich gegen 1500 Menschen zu-sammengefunden, die an einem neuen Zuge teilnehmen wollten, und schonsechs Monate nach seiner Rückkehr trat Kolumbus mit 17 Schiffen seinezweite Reise an. Er entdeckte auf derselben abermals mehrere Inseln,hatte aber auch manche Widerwärtigkeiten und Drangsale zu erdulden.Wie erschrak er, als er, in Haiti angekommen, die dort erbaute Festungzerstört und von seinen zurückgelassenen Gefährten keinen mehr übrigfand! Das grausame Betragen der Spanier gegen die armen Insel-bewohner hatte diese zu gerechter Notwehr gereizt; sie hatten alle ihrePeiniger erschlagen, die Feste zertrümmert und sich in das Innere derInsel geflüchtet. Kolumbus gründete eine neue Niederlassung; alleinseine neuen Gefährten, die gemeint hatten, in der neuen Welt Goldwie Sand auflesen zu können, verwünschten ihn, als sie Wildnisse urbarmachen und Acker bauen sollten; viele von ihnen kehrten nach Spanienzurück, und auf ihre Anklage erschien ein Abgesandter des Königs, derüber das Verhalten des Kolumbus eine Untersuchung anstellen sollte.Das war dem edlen Helden zu viel; mißmutig verließ er die Insel undeilte nach Spanien. Dort erkannte man seine Unschuld; doch vergingenzwei Jahre, ehe er die nötigen Schiffe zu einer neuen Fahrt erhalten konnte.
Auf dieser dritten Reise entdeckte Kolumbus zuerst das feste Landdes neuen Erdteils. Er kam an die Küste von Südamerika, wo derOrinokostrom sich in das Meer ergießt. Aus der Größe dieses Stromesmerkte er, daß er aus keiner Insel kommen könne. Er fuhr eine Streckeder Küste entlang und wandte sich dann nach seiner Lieblingsinsel Haiti.Aber hier standen die Dinge höchst traurig. Wüste Unordnung undZwietracht zerrütteten die spanische Niederlassung; frecher als je zuvorerhoben die Feinde des Kolumbus das Haupt. Und als er nun mitKraft gegen die Friedensstörer einschritt, da wandten sich diese vonneuem an den König und erhoben wider ihn die ärgsten Beschuldigungen.Abermals kam ein Gesandter aus Spanien, ein hochmütiger, gewalt-thätiger Mensch. Der mißbrauchte seine Macht so sehr, daß er ohnenähere Untersuchung den Kolumbus gefangen nehmen, wie einen Ver-brecher in Ketten legen und nach Europa abführen ließ. So sahSpanien den großen Weltentdecker in Fesseln! Freilich gab man ihnsogleich wieder frei; allein die Belohnungen, welche man ihm früherzugesagt hatte, wurden ihm nicht zu teil.