289
1»4. Gode Nacht.
Theodor Storm.
^)ver de stillen Straten Din Kind liggt in de Wegen,
zeit klar der Klokkenslag; und ik bin ok bi di;
god' Nacht! Din Hart will slapen, din Sorgen und din Leven
und morgen is ok en Dag. is allens um un bi.*
Poch eenmal lat uns spräken:
Goden Abend, gode Nacht!
De Maand schient op de Däken,uns' Herrgott holt de Wacht.
»herum und vorbei.
IS». Fürbitte.
Hermann Lingg.
gedenke, daß du Schuldner bist der Armen, die nichts haben,und deren Recht gleich deinem ist an allen Erdengaben.
Wenn jemals noch zu dir des Lebens gesegnet goldne Ströme gehn,laß nicht auf deinen Tisch vergebens den Hungrigen durchs Fenster sehnverscheuche nicht die wilde Taube, laß hinter dir noch Ähren stehn,und nimm dem Weinstock nicht die letzte Traube.
IS«. Frisch gewagt ist halb gewonnen.
I. P. Hebel, Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes.
„frisch gewagt ist halb gewonnen!" Daraus folgt: „Frisch ge-wagt ist auch halb verloren". Das kann nicht fehlen. Deswegen sagtman auch: „Wagen gewinnt, wagen verliert". Was muß also den Aus-schlag geben? Prüfung, ob man die Kräfte habe zu dem, was manwagen will, Überlegung, wie es anzufangen sei, Benutzung der günstigenZeit und Umstände, und hintennach, wenn man sein mutiges A gesagthat, ein besonnenes B und sein bescheidenes C. Aber so viel muß wahrbleiben: Wenn etwas Gewagtes soll unternommen werden und kannnicht anders sein, so ist ein frischer Mut zur Sache der Meister, under muß dich durchreißen. Aber wenn du immer willst und fängst niean, oder du hast schon angefangen, und es reut dich wieder und willst,wie man sagt, auf dem trockenen Lande ertrinken: guter Freund, dannist „schlecht gewagt ganz verloren".
Schweiz. Jugendfreund. 19