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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Eifer vor und nahmen die blutigste Rache. Als das Feuer derSchweizer verstummte, wurde das Schloß erstürmt; sämtliche Dienerbis zum letzten Küchenjungen herunter wurden niedergemacht; manzertrümmerte die prachtvollen Geräte und Möbel; eine Menge Kost-barkeiten wurde entwendet oder aufs Stadthaus geschleppt. Der Pöbelbeschoß die in militärischer Ordnung abziehende Kolonne der Schweizerim Garten von allen Seiten her, zersprengte mehrere Truppenteileund hieb die Flüchtlinge ohne Barmherzigkeit zusammen. Der letzteRest gab in den Räumen der Nationalversammlung seine Waffen andie Bürgergarde ab.

Der König und seine Familie wurden als Gefangene in einenfesten Turm gebracht. Über seine treuesten Anhänger erging einfürchterliches Blutbad. Tausende derselben, darunter auch 165 Soldatender Schweizergarde, wurden in die Kerker geschleppt und dort vongedungenen Mordknechten in den ersten Tagen des Septembers grauen-voll hingeschlachtet.

Unter der kleinen Schar schweizerischer Söldner, die aus Parismit heiler Haut entkamen, befand sich auch ein Offizier der ehemaligenfranzösischen Leibgarde, naniens Karl Pfyffer von Luzern. Derselbeforderte im März 1818 alle Freunde vaterländischen Heldensinnes auf,seinen Waffengenossen, die als Opfer ihrer Pflichttreue im Tuilerien-kampse gefallen waren, ein würdiges Denkmal zu stiften. Dieser schöneGedanke fand die lebhafteste Unterstützung. Schon am 10. August 1821konnte in Luzern das weltberühmte Löwendenkmal feierlich enthülltwerden. Der Einweihung desselben wohnten fast alle Offiziere undSoldaten der ehemaligen Schweizergarde bei, welche dem schrecklichenBlutbade in Paris anno 1792 glücklich entronnen waren.

In grauer, senkrecht emporstrebender Sandsteinwand liegt in einerkünstlich in den Felsen gemeißelten Grotte ein kolossaler Löwe (8,5 mlang und 5,4 m hoch) dahingestreckt; die abgebrochene Lanzenspitzesteckt ihm zwischen den Rippen; sterbend, wie ein Held stirbt, schützter noch mit der rechten Pranke den Wappenschild der französischenKönigsfamilie, auch im Tode noch treu seiner Pflicht. Neben denTrümmern zerbrochener Waffen lehnt an der Felswand ein Schildmit dem Schweizerwappen. Über dem Löwen steht die in den Felsengemeißelte Inschrift: „Hölvstiorum üäsi uo virtutü (der Treue undTapferkeit der Schweizer); unter dem Löwen liest man die Namen