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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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366
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I

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den die Berner Wohl bemerkten, aber aus Mangel an Truppen nichtverhindern konnten, flohen sie. Umsonst suchte Steiger den Tod: erwurde von den Fliehenden mit fortgerissen und entkam unter vielenGefahren nach Deutschland, wo er bald darauf starb. Schauenburgzog in Bern ein, das bis dahin noch nie ein feindlicher Fuß betretenhatte. Erlach wollte im Oberland den Kampf aufs neue organisieren,wurde aber in Wichtrach von einem wütenden Volkshaufen gräßlichermordet. In diesen Kämpfen verlor Bern etwa 700 Mann, dieFeinde aber weit mehr. — Von den übrigen Eidgenossen war esschmählich und treulos im Stich gelassen worden. Wohl hatten sie mitMühe und' Not 4700 Mann, statt der zehnfachen Zahl, zusammen-gebracht; allein auch diese wenigen hatten sie nur unter allerlei Vor-behalten geschickt, z. B. sie sollten nur für das deutsche Bern und nurVerteidigungsweise kämpfen; sie zogen alle heim, ohne einen einzigenSchuß abgegeben zu haben.

Schwer hatten die Überwundenen die Hand des Siegers zu fühlen.Der bernische Staatsschatz, der fast 7 Millionen Franken in barem Geldeund 11 Millionen Franken in Wertschriflen (von denen Bern spätereinen Teil zurückerhielt) betrug, wurde von den Siegern im Schatz-gewölbe unter Siegel gelegt, bis er nach Frankreich geschafft werdenkonnte. Alle patrizischen Familien wurden gebrandschatzt. Den 11. und12. März verließ ein Zug von elf mit Geld und Silberzeug beladenenWagen, von 44 Pferden gezogen, die Stadt. Aus dem Zeughauswurden 250 Kanonen, 30000 Flinten und die alten Fahnen geraubt;dem Bärengraben entnahm man mit Hohn und Spott die drei Wappen-tiere der Stadt und führte sie im Triumph nach Paris. AngeseheneMänner wurden als Geißeln nach der Festung Hüningen geschleppt.Brune geberdete sich wie ein Diktator. Bald sollte diesem Plünderungs-system die ganze Schweiz unterworfen werden: nicht weniger als15 Millionen Franken hatten die Kantone als Kriegssteuer an diefrechen Eindringlinge zu bezahlen, ganz abgesehen von allem dem, wasdie Soldaten als Beute an sich rissen. Zürich allein büßte ca. 15 Mil-lionen Franken ein. Höhnend soll einer der französischen Agenten aus-gerufen haben: „Nichts wird man euch Schweizern lassen als dieAugen zum Weinen!"