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halt auseinander. Das einzige Mal, wo die Soldaten vorwärts ge-führt wurden, statt zurück, erfuhren die Franzosen, was Schweizer-kraft und Mut noch dato können: bei Neuenegg erfuhren sie es.
Elfi war es himmelangst, als man so müßig dastand, als garhier und da eine Stimme laut wurde: „Ihr guten Leute, am bestenwär's, wir gingen heim; wir richten da doch nichts aus." — Undwenn niemand zu Hilfe wolle, so gehe sie, wofür man denn bis hier-her gekommen? sagte Elfi. Wenn sie nur den kürzesten Weg übersMoos wüßte! — Sie kämen mit, riefen einige junge Burschen, unddie Masse verlassend, eilten sie auf dem nächsten Weg Fraubrunnen zu.Als sie dort auf die Landstraße kamen, war ein hart Gedränge, eineVerwirrung ohnegleichen. Mit Gewalt fast mußten sie sich drängendurch Berner Soldaten, die auf der Straße standen und müßig zu-sahen, wie weiter vorn ein ander Bataillon mit dem Feinde sich schlug.Auf die wunderlichste Weise schlug man sich, schlug sich vereinzelt mitdem Feind, oder wartete geduldig, bis es ihm gefiel anzugreifen.Keiner unterstützte den andern; höchstens, wenn ein Bataillon vernichtetwar, gab ein anderes zu verstehen, es sei auch noch da und harre desgleichen Schicksals. Das alles sah Elfi im Flug, und wenn die Sol-daten, die sie mit Püffen nicht schonte, schimpften und ihr zuriefen,sie solle heimgehen und Flachs spinnen, so sagte sie, wenn sie dastündenwie die Tröpfe, so müßte das Weibervolk voran, um das Vaterlandzu retten, und wenn sie was nütz wären, so gingen sie vorwärts undhülfen den andern. Elfi hatte vom Moos weg eine große Linde ge-sehen, und bei derselben sah sie den Rauch von Kanonen: dort mußteihr Christen sein, dorthin eilte sie mit aller Hast. Als sie auf dieHöhe kam, hinter welcher von Fraubrunnen her die berühmte Lindeliegt, wo die Berner vor bald fünfhundert Jahren die Gugler schlugen,donnerten die Kanonen noch; aber Elfi sah, wie rechts zwischen Straßeund Moos, vom Rande des Raines gedeckt, Reiter daher gesprengtkamen, wie der Nordwind, fremdländisch anzusehen. „Franzosen! Fran-zosen!" rief Elfi, so laut sie konnte; aber ihre Stimme verhallte imKanonendonner. Die Reiter wußten, was sie wollten: sie wollten dieBatterie, welche ihnen lästig geworden war. Ebenfalls die Linde imAug' lenkten sie, sobald sie unter ihr waren, auf die Straße herauf undstürzten sich auf die Kanoniere. Diese, ohne nähere Bedeckung, suchtenzwischen ihren Kanonen sich zu verteidigen; aber einer nach dem andern
Schweiz. Jugendfreund. 24