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wie das Aussehen eines Abgeordneten, eines Eilboten hatte, der wurdedurchsucht und mußte hergeben, was man auf ihm fand. Viele, die zuFuß oder zu Pferd, selbst verkleidet es gewagt hatten, sich mit Bot-schaften auf den Weg zu begeben, wurden aufgegriffen und oft sehrschonungslos behandelt. Diese Gefahren, in der ganzen Stadt Zürichbekannt, machten Jeden um seine Haut besorgt: Der Stadtschreiberfand keinen Boten, mochte er auch noch so gute Bezahlung versprechen.Noch um 8 Uhr wurde mit Trommelschlag bekannt gemacht, man sucheeinen oder mehrere vertraute Männer, um sie gegen gute Belohnungmit Aufträgen zu entsenden. Vergeblich! Niemand meldete sich. Sohatte Furcht und Mißtrauen alle gelähmt. Bis Mitternacht wartete derStadtschreiber, dann legte er sich müde und bekümmert zu Bette.
Da, horch! es klingelt jemand und will den Stadtschreibersprechen. Dieser, aus dem ersten Schlummer aufgeschreckt, wirft sichin seinen Nachtrock und eilt ins Vorzimmer. Erstaunt begrüßt er denspäten Gast und mit noch größerer Verwunderung hört er aus dessenMunde die Frage: „Sind die Briefe an die Waldstätte spediert?"Der Stadtschreiber: „Warum fragen Sie dies?" Der Gast: „Ichhörte diesen Abend spät in Gesellschaft, es habe sich noch niemandgefunden, der sie besorgen wolle." „In der That", erwidert dieser,„es ist leider so. Aber ich bitte Sie, sprechen wir lieber von dem,was Sie noch so spät zu mir führt." Der Gast: „Ich will die Briefeselber bestellen, wo sind sie?"
Des Stadtschreibers Erstaunen und Verlegenheit steigt aufs höchste.Derselbe Senator, der in der Sitzung das Ansuchen Berns aufs ent-schiedenste bekämpft hatte, verlangt jetzt die Briefe, um sie über denAlbis und nach den Waldstücken zu bringen! „Herr", erwiderte derStadtschreiber, „Sie deuten es mir gewiß nicht übel, wenn ich IhreRede von heute Morgen und Ihr gegenwärtiges Anerbieten im Wider-spruch finde. Sie setzen mich durch Ihren unerwarteten, mir unbe-greiflichen Antrag in die größte Verlegenheit. Wie dürfte ich Ihnendiese Briefe anvertrauen?" „Wie, Herr Stadtschreiber, fehlt es Ihnenan Vertrauen zu mir? Kennen Sie mich als einen schlechten Mann?Halten Sie mich wirklich einer verräterischen That fähig? Geben Siemir getrost diese Briefe!"
„Aber Ihre Gesinnungen, die Sie in so entschiedenem Gegensatzegegen unsere Ansichten ausgesprochen haben! Man kennt Sie in ganz
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