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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Schon 1819 wurde Dufour Mitglied des Stadtrates von Genf.Er betrieb und leitete die Schleifung der Festungsmauern, die Erstellungder See- und Rhonequais sUferstraßens, die Verschönerung der Rousseau-insel und anderer öffentlicher Plätze und den Bau verschiedener Draht-brücken. Zwanzig Jahre hindurch war er Professor der Mathematikan der Akademie zu Genf. Als der Begründer der eidgenössischen Militär-schule in Thun verblieb er jahrzehn telang jeden Sommer über deren Leiter.

Als die Tagsatzung im Oktober 1847 beschlossen hatte, die siebenKantone Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug, Freiburg und Wallismit Waffengewalt zu zwingen, ihren Sonderbund aufzulösen, konnte siekeinen tüchtigeren und würdigeren Oberbefehlshaber für die eidgenössi-schen Truppen finden als W. H. Dufour. Er hielt es für seine Pflicht,die Berufung anzunehmen, verlangte aber durchaus freie Hand fürdie Auswahl seiner Offiziere. Er verzichtete zum voraus auf großeKriegsthaten und Schlachtenruhm; sein einziges Ziel war, mit mög-lichst wenig Blutvergießen die Sonderbündler auf den Weg ihrer eid-genössischen Pflicht zurückzuführen; er wollte sie mehr als irregeleiteteBrüder denn als Feinde behandeln. Den Divisionsobersten legte erans Herz, die feindlichen Verwundeten wie die eigenen zu Pflegen,die Gefangenen weder zu beleidigen, noch zu beschimpfen, sondern sogut als möglich zu behandeln. „Nach dem Gefecht soll die Aufregungder Soldaten gezügelt, sollen die Besiegten geschont werden; nichtsgereicht einer siegreichen Truppe mehr zur Ehre, und nichts stimmtin einem Bürgerkriege die Gegenpartei leichter zur Unterwerfung.Dann werden wir nach dem Kampfe uns Glück wünschen, nie außerAuge gelassen zu haben, daß es ein Kampf zwischen Eidgenossen war,und daß wir ihnen gegenüber stets der Stimme des Mitleids Gehörgegeben." Diese Grundsätze sollten die Kommandanten allen ihrenUntergebenen einpflanzen.

Nachdem auch der letzte Versöhnungsversuch mißlungen war, erhieltDufour am 4. November den Befehl, den Feldzug zu beginnen. Seinefünf Divisionen, fast 100000 Mann, bildeten einen Halbkreis vomGenfer-bis zum Zürichsee; die Sonderbündler hatten 85000 Mann,darunter jedoch nur 30000 regelrechte Soldaten, und ihre Führer warenüber den Kriegsplan nicht einig. Rasch schloß Dufour die Stadt Frei-burg ein, und schon am 14. November ging durchs ganze Schweizer-land die hier mit Freude, dort mit Schrecken vernommene Kunde: