„Freiburg hat sich ergeben!" Nun führte Dufour den Hauptteil seinesHeeres in die Gegend zwischen Luzern und Zugersee, um jenes vonSchwyz zu trennen, und als die eidgenössischen Truppen auch hier indem heißen Kampfe bei Gislikon an der Reuß Sieger blieben, da wardie Macht des Sonderbundes schon gebrochen. „Wenn ihr die Grenzeüberschreitet", ermähnte Dufour hier seine Soldaten, „so vergesseteuern Groll und trachtet nur darnach, die Pflichten zu erfüllen, diedas Vaterland uns auferlegt. Marschiert gegen den Feind, kämpfttapfer, verteidigt eure Fahne bis zum letzten Blutstropfen. Doch so-bald der Sieg euer ist, so laßt alle feindlichen Gedanken fallen. Be-nehmet euch als edeldenkende Krieger; schont die Besiegten; dies istdie schönste Zierde des wahren Mutes."
Rasch ergaben sich nun Zug und Luzern, dann die Urkantone,und zuletzt, am 29. November, auch Wallis. In 25 Tagen war derKrieg beendigt, bevor Frankreich und Österreich Zeit hatten, sich ein-zumischen. Im ganzen waren 130 Mann umgekommen und 385verwundet worden.
Alle, auch die Sonderbündler, waren erfüllt von dem Lobe destüchtigen und menschenfreundlichen Generals, der zu siegen wußte, ohneviel Blut zu vergießen, und den Gegner zu zwingen, ohne ihm un-nötig wehe zu thun. Ihm hatte man es darum in erster Linie zu ver-danken, daß sich rasch eine Versöhnung anbahnte, die um so schnellereine allgemeine wurde, als die siegreichen Kantone nach kurzer Fristden unterlegenen einen großen Teil der Kriegsschuld schenkten. DieTagsatzung übermittelte dem General feierlich den Dank der ganzenEidgenossenschaft, begleitet von einem Geschenk, das in einem Ehren-degen und 40000 alten Schweizerfranken bestand.
Dufour hätte im Auslande hohe Stellen erhalten können; aberer schlug sie alle aus, um auch ferner seinem Vaterlande zu dienen.Das that er zunächst wiederum als General, als die Schweiz in denJahren 1849 und 1852 ihre Neutralität und 1856 ihren neuen-burgischen Besitz zu verteidigen hatte.
Einen Ruhm anderer Art gewann der unermüdlich thätige Mannsich und seinem Vaterlande durch die Herstellung der mit seinem Namenbenannten, 25 große Blätter umfassenden Schweizerkarte, an der ervon 1833 bis 1865 mit größter Sorgfalt gearbeitet hat, und die vominternationalen Geographenkongreß in Paris (1875), der den greisen
Schweiz. Jugendfreund. 2g