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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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es anfingen; — genug, wir schlichen uns durch und hielten die ganzeNacht auf einer buschigen Anhöhe. Links und rechts blitzte es um unsher; wir sahen bald hier, bald dort feindliche Mannschaften. Nichtmeinetwegen, — denn wie lange werde ich noch reiten? — sondern nurwegen meiner drei Söhne seufzte ich in der finstern Nacht: Herr, er-halte uns! — Kaum hatte ich es heraus, als es anfing zu dämmern,und der Morgenstern mir ins Auge blitzte. ,Wie schön leuchtet derMorgenstern!' fiel mir in diesem Augenblick ^aus "meiner Jugendzeitein; gar manches, was ich seitdem gethan, und — was wohl nicht alle-mal recht war, hängte sich wie eine Bleilast daran; ich rechnete nach,seit wie viel Jahren ich in keine Kirche gekommen, und ich that Gottdas Gelübde, wenn ich diesmal davon käme, wieder einmal eine An-dacht zu halten. Dies hab' ich denn nun gethan, und Er kann wohldenken, ob mir's von Herzen ging, als wir sangen: ,Allein, o Jesu,meine Freud' in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut' be-freiet, du hast der Feinde Macht gewehrt, mir Schutz und sanfte Ruh'beschert, des sei gebenedeiet'". Mit diesen Worten setzte er sich anstund

ritt davon. AusTJohannes Meiers „Liedersegen". Igoo.

188 . Der tote Soldat.

Gabriel Bifolien.

uf ferner, fremder Aue,da liegt ein toter Soldat,ein ungezählter, vergess'ner,wie brav er gekämpft auch hat.

Es reiten viel Generalemit Kreuzen an ihm vorbei,denkt keiner, daß der da liegetauch wert eines Kreuzleins sei.

Gs ist um manchen Gefallenenviel Frag' und Jammer dort;doch für den armen Soldatengiebt's weder Thräne noch Wort. —Doch ferne, wo er zu Hause,da sitzt beim Abendrotein Vater voll banger Ahnungund sagt: „Gewiß, er ist tot!"

Da sitzt eine weinende Mutterund schluchzet laut: „Gott helf!er hat sich angemeldet:die Uhr blieb stehn um elf!"

Da starrt ein blasses Mädchenhinaus ins Dämmerlicht:

„Und ist er dahin und gestorben,meinem Herzen stirbt er nicht!" —Drei Angenpaare schicken,so heiß es ein Herz nur kann,für den armen, toten Soldatenihre Thränen zum Himmel hinan.Und der Himmel nimmt die Thränenin einem Wölkchen auf,und trägt es zur fernen Auehinüber im raschen Lauf;

und gießt aus der Wolke die Thräneaufs Haupt des Toten als Tau,daß er unbeweint nicht liegeauf ferner, fremder Au.