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obertc Dorf ausplünderte, erscholl plötzlich von Wörth heraus ein unbe-schreibliches Getöse. Die Soldaten sprangen zu allen Häusern undHöfen hinaus, stellten sich in Reih und Glied und bildeten auf beidenSeiten der Straße eine undurchdringliche Mauer. Ich stand auf derHaustreppe. „Was ist denn?" „Der Kronprinz kommt! Der Kron-prinz kommt!" — Und das Getöse dringt immer näher, und dasTriumphgeschrci wird immer größer. Jetzt sind sie im Unterdorf, horch,wie sie jubeln! Jetzt biegen sie nm die brennende Kirche. Die Trommelnwirbeln, die Siegesliedcr brausen — eine ungeheure Begeisterungflammt durch die Reihen — alle Häupter sind entblößt, die Mützenfliegen hoch empor, und aus aller Mund tönt ein tausendfaches Hurra!Hoch! Hurra! Wir stehen da, wie verzaubert. Wahrhaftig, da ziehter, umgeben und gefolgt von seinen Generalen, an unsern Blicken vor-über. Wie sein Angesicht vor Freude strahlt, und wie er so wohlwollenddie jubelnden Scharen begrüßt! Ob durch die Siegesfceudc auch eineAhnung zieht von dem tausendfachen Weh, das der Krieg über dieVölker wälzt? Im Oberdorf schwenkt der hohe Feldherr rechts ab indie Schindcrgasse; dort liegt in Rcischenners Stube der tapfere GeneralRaonl, blutend aus vielen Wunden, mit zerbrochenem Schwert undbrechendem Herzen. Der deutsche Sieger tritt in die Baucrnhütte ein,schaut freundlich in die siebcrglühcndcn Augen, drückt teilnahmsvoll dietodesmatte Hand. Ein Wort huldvoller Anerkennung, eine Thräne hoch-herzigen Mitleids vergelten den erbitterten Widerstand, und noch einmal,unter gewaltigen Siegesmärschen, unter endlosem Freudengeschrci wogtder Triumphzug vorüber.
O Krieg, wie schmerzlich, wie thräncnreich sind deine Folgen! Ausdem Kirchturm schlagen die Flammen hoch gen Himmel und leuchtenweit hinaus ins Schlachtgesildc. Aber das Getöse will kein Ende nehmen.Es naht ein anderer Zug. Da kommen sie als Gefangene, hundert-,tausendwcisc, aus allen Waffengattungen, unsere armen, geschlagenen,vor etlichen Tagen noch so fröhlichen, sicgesgewissen Soldaten! Dakommen sie, entwaffnet, zerrissen, staubbedeckt, niedergeschlagen, wie ver-urteilte Missethäter, umschlossen, gedrängt, verhöhnt von deutschen Truppen,welche sie triumphierend ins Lager abführen! Jst's möglich? GanzeHaufen Kanonen, Mitraillcusen, Wagen und sonstige Siegesbcnte! GanzeBataillone! Welche Demütigung, welche Niederlage, und für unsalle, welch wehmutsvoller Anblick, welch herzzerreißendes Schauspiel!Da kommen sie! todcsmüde von dem langen, schweren Kampfe, bleichvor Schrecken, Gram und Verzweiflung, und: Vorwärts! donncrt'shinterdrein und: Viktoria! schallt's von allen Seiten. Spott und Ver-wünschung regnet's von tausend Lippen. Und sie können, dürfen nichtzucken — sie sind ja vernichtet. Siehe, wie dort ein deutscher Reitermit blankem Säbel gegen einen französischen Offizier lossprcpgt undihm seinen Degen aus der Scheide reißt, und wie dem Gefangenen vor