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6. kam zur Reveille frisch noch und rot,liegt beim Appell bleich, blutig und tot.
7. Ledige Rosse, den Sattel leer,
irren verwaist auf der Walstatt umher.
8. Doch der Trompete schmetternd Signalrüst aus der Ferne znm drittenmal.
9. Schau, und der Rappe, dort spitzt er das Ohr,wiehernd wirst er die Nüstern empor.
10. Sieh, und der Braune gesellt sich ihm bei,trabt ihn- zur Seite wie sonst in der Reih'.
11. Selber der blutige Schimmel, so müd,
hinkt auf drei Beinen und reiht sich ins Glied.
12. Truppweis, in Rotten, zu dreien und zwein,stellen die ledigen Rosse sich ein.
13. Roste wie Reiter versteht! den Appell;ruft die Trompete, so sind sie zur Stell'.
14. Über dreihundert hat man gezählt,
Rosse, zu denen der Reitersmanu fehlt.
15. Über dreihundert, o blutige Schlacht,die so viel Sattel hat ledig gemacht!
16. Über dreihundert, o tapfere Schar,wo bei vier Mann ein gefallener war!
17. Über dreihundert, o ritterlich Tier,ohne den Reiter noch treu dem Panier!
18. Wenn ihr die Tapfern von Gravelotte nennt,denkt auch der Rosse vom Leibregiment!
194. Soldatenthat.
Karl Keller, Hausbrot.
2^enn eine Schlacht, wie diejenige von Gravelotte am 18. August1870, auf mehrere Stunden sich erstreckt, wenn von beiden Teilen —Deutschen und Franzosen — über 40000 Mann tot oder verwundetsind, da ist's ein schweres Stück, wenn man einen blessierten Freundsuchen will. Dennoch zog ein preußischer Kriegsbeamter einen ganzenNachmittag durch alle Lazarette, durch alle Häuser, wo Verwundetelagen, und hatte endlich abends das Glück, seinen liebsten Freund,den Hauptmann von K. in einer Scheune auf einem Büschel Strohzu finden. Da lag er, mit einem Mantel zugedeckt, das Hauptauf einem Tornister. Rings um ihn lagen Verwundete seines Regi-ments.