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aber sogleich wieder einen Mund voll nehmen, wenn das Übel denMann neuerdings anfällt". Die Frau^kam nach einiger Zeit wiederzu Micheli und sagte: „Das Mittel hat schon ziemlich geholfen, aberdas Übel doch noch nicht ganz und gar gehoben". „Nun, so gebe ichEuch noch eine Flasche", sagte Micheli, „und will das Zeug noch etwasschärfer machen. Könnt Ihr es stundenlang im Munde behalten, somuß das Übel weichen". Die Frau versprach nochmals, ihr möglichsteszu thun. Und wieder nach einiger Zeit kam sie und rühmte, das Übelsei bei ihrem Manne nicht mehr zurückgekehrt, seit sie von der schärferenFlasche eingenommen und das Zeug wirklich stundenlang im Mundebehalten habe.
SOI. Etliche Stücklein vorn alten Flattich.
K. F. Ledderhose, Fluttichs Leben und Schriften.
^ater Flattich, der Pfarrer zu Münchingen im Württembergischenwar als vortrefflicher Erzieher bekannt; deshalb übergab man ihm oftschwer zu leitende Söhne ins Pfarrhaus, damit er sie unterrichte undin guter Zucht halte. Er verstand es, bisweilen durch recht seltsameMittel ihren Eigensinn zu brechen. Unter seinen Zöglingen befandensich einst etliche junge Adelige, die zum Militärstande bestimmt waren.Das sah man schon an ihren kindlichen Spielen. Einst kamen sie aufden Einfall, sich aus ihren Bettdecken und Leintüchern Zelte aufzu-schlagen und dadurch ein Feldlager im Kleinen zu bilden. Diese Be-lustigung hatte einen besonderen Reiz für sie, und da sie dieselbe oftwiederholten, wurde das Bettzeug teils beschmutzt, teils zerrissen. Darumsuchte es ihnen die sorgsame Hausmutter zu wehren, ohne jedoch ihrVerbot befolgt zu sehen. Die Knaben machten geltend, daß es nützlichsei, wenn sie sich schon durch die Art ihrer Spiele auf ihren künftigenStand vorbereiten. Eines Abends brachten sie dadurch die gute FrauPfarrer in besondere Not, weil ein Gewitter am Himmel stand undein Regenguß drohte. Sie klagte es ihrem Manne, der alsbald einenheilsamen Ausweg wußte. „Jetzund will ich sie auf einmal von ihrerUnart kurieren." Er verbot es den Knaben nicht. Nach einer kleinenWeile fing es wirklich zu regnen an, und die kleinen Kriegsheldenwollten nun von selbst ihre Zelte abbrechen und ins Trockne bringen.Da erscholl jedoch Flattichs Stimme vom Fenster aus: „Was, ihr
Schweiz. Jugendfreund. 88