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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Er mochte dieses heben, jenes fassen,zu keinem neigte noch sich seine Wahl,es wollte keines, keines für ihn passen.

Durchmustert hat er schon die ganze ZahlVerlorne Müh! Vergeblich war's geschehen!

Durchmustern mußt' er sie zum andernmal.

Ilnd nun gewahrt' er, früher übersehen,ein Kreuz, das leidlicher ihm schien zu sein,und bei dem einen blieb er endlich stehen.

Ein schlichtes Marterholz, nicht leicht, alleinihm paßlich und gerecht nach Kraft und Maß:

Herr", rief er,so du willst, dies Kreuz sei mein!"

Dnd wie er's prüfend mit den Augen maßes war dasselbe, das er sonst getragen,wogegen er zu murren sich vermaß.'

Er lud es auf und trug's nun sonder Klagen.

S»2. Goldene Worte.

Lebenskunst.

Wenn es dir übel geht, nimm es für gut nur immer;wenn du es übel nimmst, so geht es dir noch schlimmer.

Und wenn ein Freund dich kränkt, verzeih's ihm und versteh:Es ist ihm selbst nicht wohl, sonst that' er dir nicht weh.

Und kränkt die Liebe dich, sei dir's zur Lieb ein Sporn;daß du die Rose hast, das merkst du erst am Dorn. Rück-rt.Freundlich und ernst, das mische wohl,wenn dir's mit Menschen glücken soll!

Der Ernst zuweilen wehe thut,

die Freundlichkeit macht's wieder gut. Harms.

Häuslichkeit.

Des Hauses Zier ist Reinlichkeit,des Hauses Ehr' Gastfreundlichkeit,des Hauses Segen Frömmigkeit,des Hauses Glück Zufriedenheit.

Der Schlüssel.

Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern es treiben.

Willst du die andern verstehn, blick in dein eigenes Herz. Schiller.