Auf duft'ges Gras, im milden Sonnenstrahl,streckt' er ermattet sich zur Ruhe nieder,indem er seinem Schöpfer sich befahl.
Ihm fielen zu die matten Augenlider,doch seinen wachen Geist enthob ein Traumder ird'schen Hülle seiner trägen Glieder.
Der Schild der Sonne ward im Himmelsraumzu Gottes Angesicht, das Firmamentzu seinem Kleid, das Land zu dessen Saum.
„Du wirst dem, dessen Herz dich Vater nennt,nicht, Herr, im Zorn entziehen deinen Frieden,wenn seine Schwächen er vor dir bekennt.
Daß, wen ein Weib gebar, sein Kreuz hieniedenauch duldend tragen muß, ich weiß es lange;doch sind der Menschen Last und Leid verschieden.
Mein Kreuz ist allzuschwer; sieh, ich verlangedie Last nur angemessen meiner Kraft;,ich unterliege, Herr, zu hartem Zwange". —
Wie er so sprach zum Höchsten kinderhaft,kam brausend her der Sturm, und es geschah,daß aufwärts er sich fühlte hingerafft.
Ilnd wie er Boden faßte, fand er dasich einsam in der Mitte räum'ger Hallen,wo ringsum sonder Zahl er Kreuze sah.
Dnd eine Stimme hört' er dröhnend hallen:
„Hier aufgespeichert ist das Leid; du hastzu wählen unter diesen Kreuzen allen".
Versuchend ging er da, unschlüssig fast,von einem Kreuz zum anderen umher,sich auszuprüfen die bequem're Last.
Dies Kreuz war ihm zu groß und das zu schwer,so schwer und groß war jenes andre nicht,doch, scharf von Kanten, drückt es desto mehr.
Das dort, das warf wie Gold ein gleißend Licht,das lockt ihn, unversucht es nicht zu lassen;dem goldnen Glanz entsprach auch das Gewicht.