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Lesebuch für die Gemeinde- und Fortbildungsschulen des Kantons Aargau : 6.-8. Schuljahr: 6.-8. Klasse der Gemeindeschule und 1.-3. Klasse der Fortbildungsschule / im Auftr. des Erziehungsrates des Kantons Aargau unter Mitwirkung der kantonalen Lesebuchkommission verf. von Alfred Lüscher und Otto Ott
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lag ein schönes Brot, in eine Serviette gewickelt, eine Kanne Weinmit Gläsern und noch irgend ein Zutätchen in dem Wagen, welchesdie zärtliche Bäuerin für den fleißigen Meister mitgesandt, undaußerdem waren da noch verpackt allerlei seltsam gestaltete, ange-bissene Apfel und Birnen, welche die Kinder am Wege aufgelesen,und eine völlig nackte Puppe mit nur einem Bein und einemverschmierten Gesicht, welche wie ein Fräulein zwischen den Brotensaß und sich behaglich fahren ließ. Dies Fuhrwerk hielt nachmanchem Anstoß und Aufenthalt endlich auf der Höhe im Schatteneines jungen Lindengebüsches, welches da am Rande des Feldesstand, und nun konnte man die beiden Fuhrleute näher betrachten.Es war ein Junge von sieben Jahren und ein Dirnchen von fünfen,beide gesund und munter, und weiter war nichts Auffälliges an ihnen,als daß beide sehr hübsche Augen hatten und das Mädchen dazunoch eine bräunliche Gesichtsfarbe und ganz krause, dunkle Haare,welche ihm ein feuriges und treuherziges Ansehen gaben. Die Pflügenwaren jetzt auch wieder oben angekommen, steckten den Pferdenetwas Klee vor und ließen die Pflüge in der halb vollendeten Furchestehen, während sie als gute Nachbarn sich zu dem gemeinschaftlichenImbiß begaben und sich da zuerst begrüßten; denn bislang hattensie sich noch nicht gesprochen an diesem Tage.

Wie nun die Männer mit Behagen ihr Frühstück einnahmen undmit zufriedenem Wohlwollen den Kindern mitteilten, die nicht vonder Stelle wichen, so lange gegessen und getrunken wurde, ließensie ihre Blicke in der Nähe und Ferne herumschweifen und sahendas Städtchen räucherigglänzend in seinen Bergen liegen; denn dasreichliche Mittagsmahl, welches die Seldwyler alle Tage bereiteten,pflegte ein weithin scheinendes Silbergewölk über ihre Dächer empor-zuragen, welches lachend an ihren Bergen hinschwebte.

Die Lumpenhunde zu Seldwyl kochen wieder gut! sagte Mauz,der eine der Bauern, und Marti, der andere, erwiderte: Gestern wareiner bei mir wegen des Ackers hier. Aus dem Bezirksrat? Bei mirist er auch gewesen! sagte Manz. So? Und meinte wahrscheinlichauch, du solltest das Land benutzen und den Herren die Pacht zahlen?Ja, bis es sich entschieden habe, wem der Acker gehöre und wasmit ihm anzufangen sei. Ich habe mich aber bedankt, das verwilderteWesen für einen andern herzustellen, und sagte, sie sollten den Ackernur verkaufen und den Ertrag aufheben, bis sich ein Eigentümerherausgestellt, was wohl nie geschehen wird; denn was einmal aufder Kanzlei zu Seldwyl liegt, hat da gute Weile, und überdem istdie Sache schwer zu entscheiden. Die Lumpen möchten indessengar zu gern etwas zu naschen bekommen durch den Pachtzins, was