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4- Großmutter spricht: Morgen ist's Feiertag;Großmutter hat keinen Feiertag.
Sie kochet das Mahl, sie spinnet das Kleid;das Leben ist Sorg' und viel Arbeit.
Wohl dem, der tat, was er sollt'! —
Hört ihr's, wie der Donner grollt?
s. Urahne spricht: Morgen ist's Feiertag;am liebsten morgen ich sterben mag.
Ich kann nicht singen und scherzen mehr,ich kann nicht sorgen und schaffen schwer;was tu' ich noch auf der Welt? —
Seht ihr's, wie der Blitz dort fällt?
6. Sie hören's nicht, sie fehen's nicht:
Es flammet die Stube wie lauter Licht.
Urahne, Großmutter, Mutter und Rindvom Strahl miteinander getroffen sind.vier Leben endet ein Schlag —
und morgen ist's Feiertag. . Tust. Schwab.
15. Der Lotse.
1. Siehst du die Brigg dort auf den Wellen?
Sie steuert falsch, sie treibt herein
und muß am Vorgebirg zerschellen,lenkt sie nicht augenblicklich ein.
2. Ich muß hinaus, daß ich sie leite!
Gehst du ins offne Wasser vor,
so legt dein Boot sich auf die Seiteund richtet nimmer sich empor. —
3. Allein ich sinke nicht vergebens,wenn sie mein letzter Ruf belehrt;ein ganzes Schiff voll jungen Lebensist wohl ein altes Leben wert.
4. Gib mir das Sprachrohr! Schifflein, eile!
Es ist die letzte, höchste Not!
Vor fliegendem Sturme, gleich dem Pfeile,hin durch die Schären eilt das Boot.
5. Jetzt schießt es aus dem Klippenrande.
Links müßt ihr steuern! hallt ein Schrei.
Kiel oben treibt das Boot zu Lande,
und sicher fährt die Brigg vorbei. ' L . abbrecht.