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Lesebuch für die deutschen Primarschulen des Kantons Graubünden : 4. Schuljahr / [P. Conrad und A. Florin] ; hrsg. vom Kleinen Rat
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4. Warum aber besuchen so viele Fremde die Höhen desRigi? Es gibt wohl wenige Berge in ganz Europa, wo dasAuge eine so herrliche Rundsicht hat wie hier. Die ganze Gegenddes Vierwaldstättersees liegt vor den Blicken des Beschauersausgebreitet. Von Süden her grüßen die hochaufragenden Gipfelder Alpen mit ihren glänzenden Schnee- und Eisfeldern. GegenNorden hin öffnet sich dem Auge das Land bis nach Deutschlandhinein. Neben der herrlichen Aussicht genießt man auf dem Rigieine gesunde Bergluft, so daß viele Fremde zu ihrer Erholungwochenlang oben bleiben.

13. Steinen, das Heimatdorf Stauffachers.

1. Steinen ist ein großes Dorf. Es liegt, von schattigenNußbäumen umgeben, an der Straße, die von Brunnen durchdas Land Schwiz an den Zürichsee hinüberführt. Von demHause Stauffachers ist nichts mehr zu sehen; dagegen erinnerteine Stausfachertapelle an den wackeren Eidgenossen. Sie stehtani östlichen Eingang des Dorfes, rechts von der Straße undwurde schon im Jahre 1400 zu Stauffachers Andenken erbaut.

2. 1891 wurde die Stauffacherkapelle ausgebessert und mitSprüchen und schönen Malereien geschmückt. Die Bilder auf dervordern Außenseite erinnern an die Begegnung Stauffachers mitEeßler. Eben reitet der trotzige Zwingherr von dannen, begleitetvon seinen Reisigen. Stauffacher steht auf der Treppe vor seinerHaustüre, dem Vogt kummervoll nachblickend. Sein treuesWeib ist neben ihn hingetreten und hat ihre Hand tröstendauf die Schulter ihres bangenden Mannes gelegt. Der KnabeStauffachers, seine Armbrust in der Rechten, schaut Geßler miteinem Blicke nach, als wollte er sagen:Warte nur, bis ichgroß bin. Ich werde dir deine drohenden Worte schon bezahlen!"Das kleine, fünfjährige Töchterchen Stauffachers mit blondenZöpfen und blauen Augen steht neben der Mutter. Es hat denSinn der harten Worte Eeßlers nicht verstanden.