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Lesebuch für das fünfte Schuljahr
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Die grossen, tiefen Löcher, die der Specht in dieBäume einhaut, kommen andern kleinen Vögeln sehrzu statten. Meisen und Stare benutzen sie alsWohnungen. So ist der Specht wohl eigentlich derZimmermann der Vögel. Er hackt auch für seineigenes Nest ein wohl zwei Spannen langes Lochschräg in einen Baum, der innen angefault ist. Nach-dem er alle Späne vorsichtig vorn Baume hinweg-getragen hat, damit kein böser Bube merke, dass erda sein Nest habe, legt das Weibchen auf Holzspäneoder Wurmmehl zwei schöne weisse Eier.

Nach H. Wagner.

27. Das Abenteuer im Walde.

Es regnete, was herunter wollte. Die Tannen schütteltenden Kopf und sagten zu einander:Wer hätte am Morgengedacht, daß es so kommen würde!" Es tropfte von denBäumen auf die Sträucher, von den Sträuchern auf das Farn-kraut und lief in unzähligen kleinen Bächen zwischen dem Mooseund den Steinen. Am Nachmittage hatte der Regen an-gefangen, und nun wurde es schon dunkel, und der Laub-frosch, der vor dem Schlafengehen noch einmal nach demWetter sah, sagte zu seinem Nachbar:Vor morgen früh wirdes nicht aufhören".

Derselben Ansicht war eine Ameise, die bei diesem WetterUnterwegs war. Sie war am Vormittage mit Eiern in Tannen-derg auf dem Markte gewesen und trug jetzt ihren Erlös ineinem kleinen, blauen Beutel nach Hause. Bei jedem Schritteseufzte und jammerte sie.Das Kleid ist hin", sagte sie,undder Hut auch! Hätte ich nur den Regenschirm nicht stehenlassen, oder hätte ich wenigstens die Galoschen angezogen!Aber mit Zeugschuhen ist in solchem Regen gar kein Weiter-kommen!"