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am Rande der Strasse welken. Früh steigt der Winteraus den Lüften hernieder, um von hier aus in dieTäler und Niederungen einzuziehen. Der Postdienstaber, die Warenzüge von hüben und drüben, siehören nicht auf. Bei ruhiger, stiller Luft bietet diebeschneite Strasse keine bedeutenden Schwierigkeitendar. Wenn aber beim Vorrücken der Jahreszeit dieWinterstürme sich einstellen, wenn dieselben mitunendlicher Macht über die Höhen dahinsausen undim Bunde mit der Kälte alles Leben bedrohen, soist der Gang über die Berge ein Wagnis, dem schonViele zum Opfer gefallen sind. Beim Herannahender Schneestürme ändert sich der Anblick des Ge-birges. Es heben sich die Umrisse der Gipfel undKuppen schärfer von der dunkler werdenden Ferneab; Nebel wallen auf und umhüllen bald die Höhen.In leichten Stössen, die nach und nach stärker werden,kündigt sich der Sturm an; durch die Stille derbeschneiten Hocbgebirgswelt geht ein seltsamesRauschen, das in der Nähe der Felsecken und in denSeitenschluchten zu einem melancholischen Klagelautwird. Der Sturm ist da. Er wühlt die Massen deslockern, sandigen Bergschnees auf und mischt siemit den nadelförmigen Eisteilchen, die er im Ge-wölke daherträgt. Die bergauf wandernde Karawane,Wagen, Ross und Wegpersonal ist umwallt und um-tost vorn wütenden Schneegewirbel. Die dichtesteKleidung schützt nicht vor der durchdringenden Kälte;die Eisnädelchen verwunden Gesicht und Hände unddringen mit der eingeatmeten Luft in die keuchende,pustende Lunge ein. Die wetterfesten Männer stachelndie Tiere zur grössten Kraftanstrengung und endlichwird das Schutzhaus glücklich erreicht.