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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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»Drei Lieder weiss ich: den ersten Sang,

Den hast du ja wohl vergessen schon lang:

Meinen Bruder hast du meuchlings erstochen!

Und aber: hast ihn meuchlings erstochen!

Das andere Lied, das hab ich erdachtIn einer finsteren, stürmischen Nacht:

Musst mit mir fechten auf Leben und Sterben!«

Und aber: musst fechten auf Leben und Sterben!

Da lehnt er die Harfe wohl an den Tisch,

Und sie zogen beide die Schwerter frisch,

Und fochten lange mit wildem Schalle,

Bis der König sank in der hohen Halle.

»Nun sing ich das dritte, das schönste Lied ;

Und werd es nimmer zu singen müd:

König Sifried liegt in seinem roten Blute !

Und aber: liegt in seinm roten Blute!«

L. Uhland.

37. Der tote Soldat

Auf ferner, fremder AueDa liegt ein toter Soldat,

Ein ungezählt Vergessner,

Wie brav er gekämpft auch hat.Es reiten viel GeneraleMit Kreuzen an ihm vorbei,Denkt keiner, dass der da lieget,Auch wert eines Kreuzleins sei.

Es ist um manchen GefallnenViel Frag und Jammerwort,Und für den armen SoldatenGibts weder Tränen noch Wort.Doch fern, wo er zu Hause,

Da sitzt beim Abendrot

Ein Vater voll banger Ahnung,

Und sagt: Gewiss ist er tot!

Da sitzt eine weinende MutterUnd schluchzet laut: Gott helf!Er hat sich angemeldet,

Die Uhr blieb stehn auf elf.

Da starrt ein blasses MädchenHinaus ins Dämmerlicht:

Und ist er dahin und gestorben,Meinem Herzen stirbt er nicht.

Drei Augenpaare schicken,

So heiss ein Herz nur kann,

Für den armen, toten SoldatenIhre Tränen himmelan.

Und der Himmel nimmt die TräneIn einem Wölkchen aufUnd trägt es zur fernen AueHinüber im raschen Lauf.

J. G. Seidl.

38. Der Graf von Habsburg.

Zu Aachen in seiner Kaiserpracht,

Im altertümlichen Saale,

Sass König Rudolfs heilige Macht