Prinz Ludwig, der musst’ aufgebenSeinen Geist und junges Leben,
Ward getroffen von dem Blei.
Prinz Eugen war sehr betrübet,
Weil er ihn so sehr geliebet,
Liess ihn bringen nach Peterwardein.
Y olkamun
41. Johannes Kant.
Den kategorischen Imperativus fand,
Das weiss ein jedes Kind, Imanuel Kant.
Dem kategorischen Imperativus treu,
Zwang durch ihn wilde Seelen zu frommer ScheuLang vor Imanuel LIerr Johannes Kant,
Und wenige wissen’s, wie die Sache bewandt.
Derselb’ ein Doktor Theologiä war ;
In schwarzer Kutte, mit langem Bart und Haar,
So sass er zu Krakau auf dem Lehrersitz,
So ging er einher gegürtet, in Kalt’ und Hitz’,
Ein rein Gemüt, ein immer gleicher Sinn,
Dem Unrecht dulden, nicht tun, stets däuchte Gewinn.Im grauen Alter zog ein Sehnen den KantGen Schlesien, in sein altes Vaterland.
Er schloss die Bücher in’n Schrein, bestellt’ sein Haus,Den Seckel nahm er und zog in die Fern hinaus.Gemächlich ritt in der schweren, schwarzen TrachtDer Doktor durch der polnischen Wälder Nacht.
Doch in der Seele da wohnt’ ihm lichter Schein;
Die gold’nen Sprüche zogen aus und ein,
Ins Herz schoss Strahlen ihm das göttliche Wort,
Voll innern Sonnenlichtes, so ritt er fort.
Auch merkt er nicht, wie das Tier in finst’rer SchluchtDen Weg durch Abenddunkel und Dickicht sucht;
Er hört nicht vor und hinter sich Tritt und Trott,
Er ist noch immer allein mit seinem Gott. —
Da wimmelt’s plötzlich um ihn, zu Ross, zu Fuss,
Da flucht ins Ohr ihm der Wegelagerer Gruss;
Es stürmen auf den heiligen Mann sie ein,
Es blinken Messer und Schwert im Mondenschein.
Er weiss nicht, wie ihm geschieht; er steigt vorn Ross,Und eh’ sie’s fordern, teilt er sein Gut dem Tross.
Den vollen Reisebeutel streckt’ er dar,
Darin beim Groschen manch blanker Taler war:
Vorn Halse löst er ab die güld’ne Kett’,