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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Doch, weil die Schrift, an dem Himmel geschrieben,Tief in dem Herzen ihm stehen geblieben,

Knirschen die Zähne noch:

»Und sie bewegt sich doch!«

Wahrheit, du musst deine Märtyrer haben ;

Ohne sie winket dir nimmer der Sieg!

Als man den Dulder schon lange begraben,

Lange sein Mund, der begeisterte, schwieg.

Und nun kein Mund mehr spricht:

»Nein, sie bewegt sich nicht!«

Kündet ein Denkmal am heiligen Orte :

Wahrheit, du siegst! Und es huldigt dem WorteSelber die Kirche noch:

»Ja sie bewegt sich doch!«

Fesselt die Erde in zwängende Schranken!

Greifet der Zeit in das rollende Rad!

Bindet die Flügel der kühnen Gedanken!

Haltet die Menschheit auf strebendem Pfad !Törichter Blödsinn spricht:

»Erde, beweg dich nicht!«

Nimmermehr zwingt ihr sie, stille zu stehen !Vorwärts und vorwärts wird ewig sie gehen!

Hindert und hemmet noch

Und sie bewegt sich doch!

(U nbekannt).

68. Der Segen.

Das Klosterland umreitet der Abt,

Das steife Rösslein behutsam trabt.

Der Fluren Grün, wie heller Smaragd,

Dem Auge des Herren wohl behagt.

Die Ähren stehen im SonnenscheinWie lauter goldene Stengelein ;

Fernhin das stämmige, wuchtige Holz,

Das ist des Abtes höchster Stolz.-

Und wie er so reitet durch das Land,

Und wonnig sein Auge 'den Segen umspannt,

Und wie er so denkt: »Das alles hierBlüht, duftet und gehöret mir,»