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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
Entstehung
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80
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Troll der Guss herab auf seinen Gürtel,

Und das grobe Haartuch seines KleidesKlebte rund an seinem hagern Leibe.

Schaurig, zitternd unter kaltem Regen

Eilete der gute, wackre Wilde

In ein Haus, das er von fern erblickte.

»Herr, ach lasst mich, bis der Sturm sich leget«,Bat er mit der herzlichsten Geb erdeDen gesittet feinen Eigentümer,

»Obdach hier in Eurem Hause finden!«

»Willst du, missgestaltes Ungeheuer«,

Schrie ergrimmt der Pflanzer ihm entgegen,»Willst du, Diebsgesicht, mir aus dem Hause!«Und ergriff den schweren Stock im Winkel.

Traurig schritt der ehrliche HuroneFort von dieser unwirtbaren Schwelle,

Bis durch Sturm und Guss der späte AbendIhn in seine friedliche BehausungUnd zu seiner braunen Gattin brachte.

Nass und müde setzt er bei dem FeuerSich zu seinen nackten Kleinen nieder,

Und erzählte von den bunten Städtern,

Und den Kriegern, die den Donner tragen,

Und dem Regensturm, der ihn ereilte,

Und der Grausamkeit des weissen Mannes.Schmeichelnd hingen sie an seinen Knieen,Schlossen schmeichelnd sich um seinen Nacken,Trockneten die langen, schwarzen Haare,

Und durchsuchten seine Waidmannstasche,

Bis sie die versprochnen Schätze fanden.

Kurze Zeit darauf hatt unser PflanzerAuf der Jagd im Walde sich verirret.

Über Stock und Stein, durch Tal und Bäche,Stieg er schwer auf manchen jähen Felsen,

Um sich umzusehen nach dem Pfade,

Der ihn tief in diese Wildnis brachte.

Doch sein Spähn und Rufen war vergebens ;Nichts vernahm er, als das hohle EchoLängs den hohen, schwarzen Felsenwänden.Ängstlich ging er bis zur zwölften Stunde,

Wo er an dem Fuss des nächsten BergesNoch ein kleines, schwaches Licht erblickte.Furcht and Freude schlug in seinem Herzen,

Und er fasste Mut und nahte leise.