Schon sind die Garben festgebunden,
Und schon in einen Kranz gebracht.
Wie lieblich floh’n die stillen Stunden,
Es war ein Spiel in kühler Nacht.
Nun wird geschwärmt und hell gesungenIm Garbenkreis, bis MorgenduftDie nimmermüden braunen JungenZur eig’nen schweren Arbeit ruft.
G. Keller.
7. Herbstgefiihle,
Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,
So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,
Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben,
Doch Rosen sind’s, wobei kein Lied mehr flötet.
Das Büchlein zieht und rieselt, kaum zu hören,
Das Tal hinab, und seine Wellen gleiten,
Wie durch das Sterbgemach die Freunde schreiten,
Den letzten Traum des Lebens nicht zu stören.
Ein trüber Wand’rer findet hier Genossen,
Es ist Natur, der auch die Freuden schwanden,
Mit seiner ganzen Schwermut einverstanden,
Er ist in ihre Klagen eingeschlossen.
K. L eil au.
8. Winter.
Das Feld ist weiss, so blank und rein,Vergoldet von der Sonne Schein,
Die blaue Luft ist stille:
Hell wie Krystall
Blinkt überall
Der Fluren Silberhülle.
Der Lichtstrahl spaltet sich im Eis,
Er flimmert blau und rot und weiss,
Und wechselt seine Farbe.
Aus Schnee herausRagt nackt und krausDes Dorngebüsches Garbe.
Von Reifenduft befiedert sindDie Zweige rings, die sanfte Wind’
Im Sonnenstrahl bewegen.