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Wann des Kirchturms Giebelspitze,Halb im Obstbaumwald versteckt,
Wo der Storch auf hohem SitzeFriedlich seine Jungen heckt?
Traute Heimat meiner Vater,
Wird hei deines Friedhofs TürNur einst, früher oder später,
Auch ein Ruheplätzchen mir?
G. Salis.
19. In der Fremde.
Oft hab’ ich dich rauh gescholten,Muttersprache, so vertraut!
Höher hatte mir gegoltenSüdlicher Sirenen! aut.
Und nun irr’ ich in der FerneFreudenlos von Ort zu Ort,
Und vernahm’, ach wie so gerne,
Nur ein einzig deutsches Wort.
Manches regt sich mir im Innern,
Doch wie schaff ich hier ihm Luft?
All mein kindliches ErinnernFindet in mir seine Gruft.
Einsam schweif’ ich in die Felder,
Such’ ein Echo der Natur;
Aber Bäche, Winde, WälderRauschen fremd auf dieser Flur.
Unverstanden, unbeachtet,
Wie mein deutsches Lied verhallt,
Bleibt es, wann mein Busen schmachtet,Und in bangem Sehnen wallt.
"W. Schlegel.
20. 0 lieb’, so lang du lieben kannst I
0 lieb’, so lang du lieben kannst!
0 lieb’, so lang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst.
Und sorge, dass dein Herze glühtUnd Liebe hegt und Liebe trägt,
So lang ihm noch ein andres HerzIn Liebe warm entgegenschlägt.
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