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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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So oft die Türe rauscht, erwart ich Unglück.

Verrat und Argwohn lauscht in allen Ecken:

Bis in das Innerste der Häuser dringenDie Boten der Gewalt; bald tät es Not,

Wir hätten Schloss und Riegel an den Türen.

(Er öffnet und tritt erstaunt zurück, da Werner Stauffacher hereintritt-

Was seh ich? Ihr, Herr Werner! Nun, bei Gott!

Ein werter, teurer Gast kein bessrer MannIst über diese Schwelle noch gegangen.

Seid hoch willkommen unter meinem Dach!

Was führt euch her? Was sucht ihr hier in Uri?

Stauffacher (ihm die Hand reichend).

Die alten Zeiten und die alte Schweiz.

W a 11 h e r Fürst.

Die bringt ihr mit euch. Sieh, mir wird sowohl,Warm geht das Herz mir auf bei euerm Anblick.

Setzt euch, Herr Werner. Wie verliesset ihrFrau Gertrud, eure angenehme Wirtin,

Des weisen Ibergs hochverständge Tochter?

Von allen Wandrern aus dem deutschen Land,

Die über Meinrads Zell nach Welschland fahren,Rühmt jeder euer gastlich Haus. Doch, sagt!Kommt ihr so eben frisch von Flüelen herUnd habt euch nirgend sonst noch umgesehen,

Eh ihr den Fuss gesetzt auf diese Schwelle?

Stauffacher (setzt sieh).

Wohl ein erstaunlich Werk hab ichBereiten sehen, das mich nicht erfreute.

W alth er Fürst.

0 Freund, da habt ihrs gleich mit einem Blicke!

8 t a uffa eher.

Ein solches ist in Uri nie gewesen

Seit Menschendenken war kein Twinghof hier,

Und fest war keine Wohnung, als das Grab.

W a 11 h e r Fürst.

Ein Grab der Freiheit ists, ihr nennts mit Namen.Stauffacher.

Herr Walther Fürst, ich will euch nicht verhalten,Nicht eine müssge Neugier führt mich her;

Mich drücken schwere Sorgen Drangsal hab ichZu Haus verlassen. Drangsal sind ich hier.