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Er hat bis jetzt die Höh’n noch nicht erreicht —
Doch ihre Hülfe wird uns nicht entgeh’n,
"Wenn sie das Land in "Waffen erst erblicken.
W a 11 h e r Fürst.
Wäre ein Obmann zwischen uns und Oestreich,
So möchte Recht entscheiden und Gesetz.
Doch, der uns unterdrückt, ist unser Kaiser,
Und höchster Richter — so muss Gott uns helfenDurch unsern Arm — Erforschet ihr die MännerVon Schwyz, ich will in Uri Freunde werben.
Wen aber senden wir nach Unterwaiden?
Me 1 ch t h a 1.
Mich sendet hin, wem lag’ es näher an —
W a 11 h e r Fürst.
Ich geb’s nicht zu! ihr seid mein Gast, ich mussFür eure Sicherheit gewähren.
Melchthal.
Lasst mich!
Die Schliche kenn’ ich und die Felsensteige ;
Auch Freunde find’ ich g’nug, die mich dem FeindVerhehlen und ein Obdach gern gewähren.
Stauffacher.
Lasst ihn mit Gott hinüber geh’n. Dort drüben
Ist kein Verräter — So verabscheut ist
Die Tyrannei, dass sie kein Werkzeug findet.
Auch der Alzeller soll uns nid dem WaldGenossen werben und das Land erregen.
Melchthal.
Wie bringen wir uns sich’re Kunde zu,
Dass wir den Argwohn der Tyrannen täuschen ?
Stauffacher.
Wir könnten uns zu Brunnen oder TreibVersammeln, wo die Kaufmannsschiffe landen.
Walther Fürst.
So offen dürfen wir das Werk nicht treiben.
— Hört meine Meinung. -— Links am See, wenn manNach Brunnen fährt, dem Mytenstein grad’ über,
Liegt eine Matte heimlich im Gehölz,
Das Rtitli heisst sie bei dem Volk der Hirten,
Weil dort die Waldung ausgereutet ward.