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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Wo mir der heisre Lämmergeier krächzt,

Gelangt ich zu der Alpentrift, wo sichAus Uri und vorn Engelberg die HirtenAnrufend grüssen und gemeinsam weiden,

Den Durst mir stillend mit der Gletscher-Milch,

Die in den Runsen schäumend niederquillt.

In den einsamen Hütten kehrt ich ein,

Mein eigner Wirt und Gast, bis dass ich kamZu Wohnungen gesellig lebender Menschen.

Erschollen war in diesen Tälern schonDer Ruf des neuen Gräuels, der geschehen,

Und fromme Ehrfurcht schaffte mir mein UnglückVor jeder Pforte, wo ich wandernd klopfte.Entrüstet fand ich diese graden SeelenOb dem gewaltsam neuen Regiment;

Denn so, wie ihre Alpen fort und fortDieselben Kräuter nähren, ihre BrunnenGleichförmig Hiessen, Wolken selbst und WindeDen gleichen Strich unwandelbar befolgen,

So hat die alte Sitte hier vorn AhnZum Enkel unverändert fort bestanden.

Nicht tragen sie verwegne NeuerungIm altgewohnten, gleichen Gang des Lebens.

Die harten Hände reichten sie mir dar,

Von den Wänden langten sie die rostgen Schwerter,

Und aus den Augen blitzte freudiges

Gefühl des Muss, als ich die Namen nannte,

Die im Gebirg dem Landmann heilig sind,

Den eurigen und Walther Fürsts Was euchRecht würde dünken, schworen sie zu tun,

Euch schworen sie bis in den Tod zu folgen.

So eilt ich sicher unterm heilgen SchirmDes Gastrechts von Gehöfte zu Gehöfte

Und als ich kam ins heimatliche Tal,

Wo mir die Vettern viel verbreitet wohnen

Als ich den Vater fand, beraubt und blind,

Auf fremdem Stroh, von der BarmherzigkeitMildtätger Menschen lebend

Stauffacher.

Herr im Himmel!

Melchthal.

Da weint ich nicht! Nicht in ohnmächtgen TränenGoss ich die Kraft des heissen Schmerzes aus;

In tiefer Brust, wie einen teuren Schatz,