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Lehr- und Lesebuch für die Volksschule : 7. bis 9. Schuljahr (12. bis 15. Altersjahr) / von Ed. Schönenberger und B. Fritschi / Deutsche Sprache
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Dritter Auszug.

I >i'i ((« Szene.

"Wiese bei Altorf.

Im Vordergrund Bäume, in der Tiefe der Hut auf einer Stange. Der Prospektwird begrenzt durch den Bannberg, über welchen ein Schneegebirge emporragt.Friesshardt und Leuthold halten Wache.

Friessh ardt.

Wir passen auf umsonst. Es will sich niemandHeran begeben und dem Hut sein ReverenzErzeigen. Swar doch sonst wie Jahrmarkt hier ;

Jetzt ist der ganze Anger wie verödet,

Seitdem der Popanz auf der Stange hängt.

Leuthold.

Nur schlecht Gesindel lässt sich sehn und schwingtUns zum Verdriesse die zerlumpten Mützen.

Was rechte Leute sind, die machen lieberDen langen Umweg um den halben Flecken,

Eh sie den Rücken beugten vor dem Hut.

Friesshardt.

Sie müssen über diesen Platz, wenn sieVorn Rathaus kommen um die Mittagsstunde.

Da meint ich schon,nen guten Fang zu tun.

Denn keiner dachte dran, den Hut zu grüssen.

Da siehts der Pfaff, der Rösselmann kam justVon einem Kranken her und stellt sich hinMit dem Hochwürdigen, grad vor die Stange

Der Sigrist musste mit dem Glöcklein schellen:

Da fielen all aufs Knie, ich selber mit,

Und grüssten die Monstranz, doch nicht den Hut.

L euthol d.

Höre, Gesell, es fängt mir an zu däuchten,

Wir stehen hier am Pranger vor dem Hut.

Sist doch ein Schimpf für einen Reitersmann,Schildwach zu steifn vor einem leeren Hut

Und jeder rechte Kerl muss uns verachten.

Die Reverenz zu machen einem Hut,

Es ist doch, traun, ein närrischer Befehl!

Frie sshar dt.

Warum nicht einem leeren, hohlen Hut?

Bückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel.

Hildegard, Mechthild und Elsbetk treten auf mit Kindern und stellensich um die Stange.