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So will ich euch die Wahrheit gründlich sagen.
(Er zieht den Pfeil aus dem Koller und sieht den Landvog mit einemfurchtbaren Blick an).
Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich — euch,Wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte,
Und eurer — wahrlich, hätt’ ich nicht gefehlt.
G e s s 1 e r.
Wohl, Teil! Des Lebens hab’ ich dich gesichert!
Ich gab mein Ritterwort, das will ich halten —
Doch, weil ich deinen bösen Sinn erkannt,
Will ich dich führen lassen und verwahren,
Wo weder Mond noch Sonne dich bescheint,
Damit ich sicher sei vor deinen Pfeilen.
Ergreift ihn, Knechte! Bindet ihn!
(Teil wird gebundenX
.Stauffacher.
Wie, Herr!
So könntet ihr an einem Manne handeln,
An dem sich Gottes Hand sichtbar verkündigt?
G e s s 1 er.
Lass’ sehn, ob sie ihn zweimal retten wird.
■— Man bring’ ihn auf mein Schiff! Ich folge nachSogleich, ich selbst will ihn nach Küsnacht führen.Rösselmann.
Das dürft ihr nicht, das darf der Kaiser nicht ;
Das widerstreitet unsern Freiheitsbriefen!
G e ssler.
Wo sind sie? Hat der Kaiser sie bestätigt?
Er hat sie nicht bestätigt — diese GunstMuss erst erworben werden durch Gehorsam.
Rebellen seid ihr alle gegen KaisersGericht und nährt verwegene Empörung.
Ich kenn’ euch alle — ich durchschau’ euch ganz —Den nehm’ ich jetzt heraus aus eurer Mitte;
Doch alle seid ihr teilhast seiner Schuld.
Wer klug ist, lerne schweigen und gehorchen.
(Er entfernt sich, Harras und Knechte folgen, Friesshardt und Leutholdbleiben zurück).
A7V a 11 h e r F Ü r S t (in heftigem Schmerz).
Es ist vorbei; er hat’s beschlossen, michMit meinem ganzen Hause zu verderben!
Stauffacher (zum Teil).
0, warum musstet ihr den Wütrich reizen?