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Ehre jeder nassen Stirnhinterm Pfluge! — Doch auch dessen,der mit Schädel und mit Hirnhungernd pflügt, sei nicht vergessen!
Ferdinand Freiligrath.
16. Ein Pilgrim.
’S ist im Sabinerland ein Kirchentor —mir war ein Reisejugendtag erfüllt —ich sass auf einer Bank von Stein davor,in einen langen Mantel eingehüllt.
Aus dem Gebirge blies ein scharfer Wind;vorüber schritt ein Weib mit einem Kind,das, zu der Mutter flüsternd, scheu begann:
„Da sitzt ein Pilgerim und Wandersmann!“
Mir blieb das Wort des Kindes eingeprägt,und wo ich neues Land und Meer erschaut,den Wanderstecken neben mich gelegt,wo das Geheimnis einer Ferne blaut,ergriff mich unersättlich Lebenslustund füllte mir die Augen und die Brust.
Hell in die Lüfte jubelnd rief ich dann:
„Ich bin ein Pilgerim und Wandersmann!“
Es war am Corner- oder Langensee;auf lichter Tiefe trug das Boot mich hinentgegen meinem ew’gen, stillen Schneemit einer andern lieben Pilgerin.
Rasch zog mir meine Schwester aus dem Haar,,dem braungelockten, eins, das silbern war,und es betrachtend, seufzt’ ich leis’ und sann:
„Du bist ein Pilgerim und Wandersmann!“
Mit Weib und Kind an meinem eig’nen Herd,in einer häuslich trauten Flamme Scheindünkt keine Ferne mir begehrenswert;so ist es gut! So sollt’ es ewig sein ... —
Jetzt fällt das Wort mir plötzlich in den Sinn,
der kleinen furchtsamen Sabinerin,
das Wort, das nimmer ich vergessen kann:
„Da sitzt ein Pilgerim und Wandersmann.“
Konr. Ferd. Meyer.