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Lesebuch für das vierte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
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durch das Moos so aus, als sei es ein Teil des Baumes selbst.Es ist von unten schwer zu entdecken.

Ist das Nestchen fertig und innen noch mit weichen Haaren,zarten Federn und warmer Wolle aufs beste hergerichtet, sinddann die 4-5 zierlichen, buntfleckigen Eier gelegt und aus-gebrütet, und piepen die Jungen im Neste, so heißt es eifrignach Futter herumspähen. Aber der Fink ist auch jetzt ohnealle Sorge. Er fängt hier eine Mücke, dort eine Raupe, erhäschthier im Busche eine Spinne, dort am Boden ein Würmchen, istunverdrossen und emsig von früh bis spät in die Nacht, immerlustig und guter Dinge. Sind die Jungen endlich aufgefüttert,daß sie das Nest verlassen können, so führen die beiden Altensie von Ast zu Ast und zeigen ihnen das Fliegen, lehren sie,wie sie sich selber das tägliche Futter suchen können.

Anfangs September sammeln sich endlich alle reiselustigenFinken zum Abmarsch; einzelne bleiben als Wintergäste bei unszurück. Eine Anzahl der gefiederten Wanderer zieht nur nach demSüden Europas; die übrigen fliegen über das Mittelmeer undtreiben sich in Scharen im Norden und Nordwesten Afrikas umher,bis sie beim Beginn des Frühlings die Reise in ihre alte Heimatwieder antreten. H. Wagner.

116. Der Frosch.

Auf feuchten Wiesen und in Teichen wohnt ein lustig'Bölklein; es sind die Frösche. Abends, im Frühling und Sommer,wenn sich alles sonst zur Ruhe begibt, ist großes Konzert bei ihnen.Ein alter Wasserfrosch im grünen, etwas verblaßten Frack, beginntdas Lied. Er streckt die langen Beine von sich, hebt den dickenKopf mit den großen, glänzenden Augen aus dem Wasser hervorund öffnet sein weites Maul zum Gesänge. Zwei dicke Schall-blasen treten ihm dabei an der Seite des Halses hervor; diehelfen den Schall verstärken.Quak, quak, quak! Gäk, gäk,gäk!" und so geht's fort. Der ganze Chor der Sumpfmusikantenfällt ein, und sie werden des Singens gar nicht müde.