Buch 
Lesebuch für das vierte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
Seite
166
JPEG-Download
 

166

sieht's dem gelb und braun gefleckten Schneckenhause an, daß esvom Gras und von den Blumen herstammt. Gerade so bildensich auch aus Brot und Suppe die festen Knochen unseres eigenenKörpers.

Das Haus vertritt bei der Schnecke die Stelle der Knochen.Sie ist mit diesem verwachsen und kann es nicht verlassen. Wennes Winter werden will, zieht sie sich ganz in ihr Haus zurück,macht aus Schleim eine Türe davor und schläft ein. Sie schläft,bis der Frühling sie weckt. Es kommen auch wohl während desWinters Böge! und suchen die schlafende Schnecke auf. Sie zer-schlagen das Schneckenhaus an einem Steine und verzehren dieBewohnerin.

Ist die Schnecke alt geworden, so schließt sie ihre Türewohl noch einmal, öffnet sie aber nicht wieder. Das Häuschenist jetzt ihr Sarg, zu dem sie sich selber den Deckel bereitet. Hierverwest sie. Es fließt ein dunkles Wasser aus dem Gehäuse-das tröpfelt in die Erde. Die Wurzeln der Blumen trinken es,oder es verdunstet, steigt hinauf in die Wolken und fällt im Regenwieder herab auf den grünen Rasen. Das Schneckenhaus dientkleinen Käfern zur Wohnung oder Kindern zum Spielzeug, bises zerbricht und wieder zu Erde wird, davon es genommen ist.

H. Wagner.