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Lesebuch für das sechste Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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zum Klosterbau vortrefflich geeignet sei. Die Lage sei herrlich; man sehevon dort aus über den ganzen Bodensee. Und der Platz sei gross genug,um ein Kloster für achtzig Brüder, samt Kirche und Abthaus, Schul haus,Siechenhaus und Gasthaus, sowie Scheunen und Ställe darauf zu bauen;auch könne man daneben noch einen grossen Garten anlegen und fürjeden Klosterbruder noch ein besonderes Gärtchen. Quellen seien fürmindestens drei laufende Brunnen vorhanden und zwei Bäche, um eineMühle zu treiben. Das ganze könne man mit Mauer, Türmen und Grabeneinschliessen; Steine und Sand dazu seien im Überfluss vorhanden. Die

Schloss, Kloster und Dorf Rorschach.

Lebensrnittel könne man bequem und billig in der Nähe bekommen undin der Fastenzeit Fische genug aus dem Bodensee. Der Ort sei für alleGotteshausleute leicht zu erreichen, und man könne im Kloster ein- undausgehen, ohne jemand fragen zu müssen. Einen Pfeilschuss weiter obenstehe das Schloss Rorschach, das dem Kloster in Kriegszeiten Schutzgewähren könne.

Diese Rede gefiel den Klosterbrudern wohl. Einmütig wurde dieVerlegung des Klosters nach Rorschach beschlossen. Der Abt holte nochdie Erlaubnis des Papstes und des Kaisers ein, und dann wurde mit demBauen begonnen.

Der Klosterbruch. Der Klosterbau in Rorschach lag den Nachbarndes Abtes, den St. Gallern und Appenzellern, sowie seinen Untertanen