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es ihm schwindelte. Er fragte den Steuermann: „Warumschickst du den hinauf? Er kommt nicht lebendig herunter!"— Der Steuermann antwortete: „Männer fallen, Jungenstehen. Der klettert wie ein Eichhörnchen!"
Der andere sah wieder hinauf; noch stand der Junge.Jetzt hing er am Mastkorb; jetzt stieg er weiter. Der Sturmraste und tauchte den Mast in die Flut ein; der Junge hieltsich. — In einer Viertelstunde war er unten, wohlbehaltenund frisch und lachte fröhlich. — „Gott sei gedankt!" riefjener; vor Angst war das Herz ihm fast stille gestanden.
Denselben Tag noch suchte er, den Jungen zu sprechen.Er fragte ihn, ob ihm nicht bange gewesen sei. „Doch,"erwiderte der Junge. „Ich merkte es wohl," sagte derandere; „du hast es dir auch erst in der Kajüte bedacht."„Bedacht nicht," sprach jener, „ich wollte erst beten. Ichdachte, herunter komme ich nicht wieder lebendig: da Habsich beten müssen. Hernach war mir nicht bange." — DerMann fragte ihn, wo er das Beten gelernt habe. — „Wieich noch zu Hause war," sagte der Junge; „die Mutter hates mich gelehrt. Als ich fortging, sagte sie, ich solle es immertun, damit mich Gott vor Gefahren bewahre, und ich kannes auch nicht lassen." E.Bock.
*
Das Kind des Steuermanns.
„Die Segel eingezogen,
Und alle Mann aufs Deck!"Der Sturm kommt angeflogenAus finsterem Versteck.
Die Wogen wälzen rollendSich schon heran mit Macht;Der Donner regt sich grollend,Und Mittag wird zur Nacht.