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Der Ruedeli stand da, die Stubentüre in der Hand, diegroßen, grauen Augen in starrem Blicke nach der Muttergerichtet, als ob er es nicht glauben könnte, was er imniedern Stübli sah und hörte.
Da drinnen war ein Trösten! Bös ist es! den Kopf hatder Doktor geschüttelt, als er ging, ich sah es wohl! Zu langhab' ich gewartet. Aber ich wollte es zwingen, das Krank-sein, dem Bübli z'lieb! O, dem geht es bös, wenn sie michhinaustragen!
Da wollte die Base trösten; aber in ihrer Rede zittertedie Rührung nach: Eh du, es wird wohl wieder gut, imFrühjahr, wenn die Sonne herfürscheint vor das Haus undder Birnbaum blüht, dann wird alles wieder besser!
Das Schluchzen schien der Mutter Herz zu brechen: O,wenn der Birnbaum blüht, dann bin ich nicht mehr da,dann ist das Bübli schon allein und hat kein Müetti mehr!
Mit pochendem Herzen hatte der Ruedeli dagestanden:da war es ihm, da drinnen in der Brust wollte etwasZerspringen!
Hinaus, hinaus, wo er sein Herz ausweinen konnte!
Hinter dem Häuslein an der alten Tanne, wo er mitder Mutter im Sommer manchesmal gesessen, faßte er denrauhen Stamm; da stieß er seinen Schmerz hervor:
O Mutter, Mutter, du darfst nicht sterben!
In jenen Wintertagen sah man den Staufer Ruedelikommen und gehn — er schien nie müd zu sein —, ins Dorf,in die Stadt für seine Mutter. Er war stumm geworden.Auf dem bleichen Gesichtlein stand der Kummer um diekranke Mutter. Wir liehen ihn des Weges gehn.
Wer aber auf der Straße ihn traf und ihn nach derkranken Mutter fragte, dem tat er das Herz auf, wie dieBlumen einem freundlichen Sonnenstrahl. Dem gab ereinen Blick aus seinen großen Augen, das war wie ein»dank dir Gott". Und der Blick forschte ängstlich weiter, ob