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Man warf die Erde gar durchs SiebUnd zog die Harke kreuz und querNach jedem Steinchen hin und her.
Allein da ward kein Schatz verspürt,
Und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
So nahm man mit Erstaunen wahr,
Daß jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
Und gruben nun jahrein, jahraus
Des Schatzes immer mehr heraus. Bürger.
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Spuren der Arbeit.
Ein Vater ging mit seinem Sohne durch ein Dorf, inwelchem eine Gießerei steht. Die Glocke auf dem Turmehatte Feierabend verkündet, und die müden Arbeiter tratenin großen Scharen aus den rußigen Räumen hinaus insFreie.
„Vater, sieh, wie schmutzig diese Menschen sind", spotteteder Junge. „Nein, diese fleißigen Männer sind nichtschmutzig", antwortete der Vater in ernstem Tone. „Ruß,Staub, Kalk, Firnis sind kein Schmutz. Die Arbeit beschmutztnie. Sage nicht von einem Manne, der von der Arbeit kommt,er sei schmutzig. Du sollst sagen: Seine Kleider tragen dieSpuren seiner Arbeit, und solche sind, wie der Arbeits-schweiß an Händen, mehr wert als ein goldener Ring amFinger." Solothurner Fortbildungsschüler.
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Das Wunderkäslchen.
Eine Hausfrau hatte in ihrer Haushaltung allerlei Un-glücksfälle, und ihr Vermögen nahm jährlich ab. Da gingsie in den Wald zu einem alten Einsiedler, erzählte ihm ihre