Buch 
Lesebuch für die 5. Klasse der Primarschulen des Kantons Schaffhausen / im Auftr. der kant. Lehrmittelkommission zusammengest. von G. Kugler ; [6 Federzeichn. von Aug. Schmid]
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und Dünn, vorn Geschimpfe des Hähers verfolgt. Der starkeBock aber mit dem hohen Gehörn äugt mir ruhig nach. Es hatso lange nicht mehr geknallt, und er meint, einmal müßte derMensch aufhören, ihm nachzustellen. Langsam zieht er vor mirher. Hier pflückt er ein Hälmchen, dort rupft er ein Blättchen,bis er sich erinnert, daß sein Gehörn noch nicht blank ist. Undso plätzt er erst unter dem Weißdornbusch, daß Laub und Moosfliegen und Blätter und Blumen wirbeln und bearbeitet dannmit dem Gehörn den grünen Busch, daß von der ganzen jungenHerrlichkeit so gut wie nichts mehr übrig bleibt. Endlich hat ergenug und zieht über die Bodenwelle, und ich bummle weiterdurch den herrlichen, lichten Bestand und freue mich an denstolzen Eichen, den hochschäftigen Buchen und den kräftigenFichten, bis der geschlossene Buchenwald mich aufnimmt, mitseinem hellgrünen Bodenteppich, über dem überall die gelbenHimmelsschlüssel nicken.

Auch dieses Stück Wald nimmt ein Ende. Viele Wege füh-ren von der Straße ab, jeder bietet Schönes. Gern folgte ichdem einen oder dem anderen, doch meine Zeit ist um, und ichsteige den steinigen Pfad hinab in die alte Stadt, in deren Gär-ten es überall singt und klingt, wie allerorts jetzt zur Osterzeit.

Lob des Frühlings.

Saatengrün, Veilchenduft,Lerchenwirbel, Amselschlag,Sommerregen, linde Luft!

Wenn ich solche Worte singe,braucht es dann noch großer Dinge,dich zu preisen, Frühlingstag?