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Lesebuch für die 5. Klasse der Primarschulen des Kantons Schaffhausen / im Auftr. der kant. Lehrmittelkommission zusammengest. von G. Kugler ; [6 Federzeichn. von Aug. Schmid]
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Es krachte auch an anderen Orten und deshalb wurde ab-gemacht, am nächsten Morgen im Walde eine Versammlung ab-zuhalten und zu beraten, was sie anfangen wollten.

4. Die Stare auf Reisen.

In der großen Versammlung am Eichwalde machte Hans denVorschlag, auf die Alpen zu den Kühen, Schafen und Ziegen zuziehen. Da gebe es viele Bremsen zu fangen und große Fliegen.Man sitze einem Tiere auf die Hörner oder auf den Rückenund könne das Ungeziefer ohne große Mühe packen.

Am Boden seien viele Kuhmisthäufchen und die stecken vollroter Käfer und fetter Würmer.

Frau Spitzschnabel sagte aber, das sei dumm. Auf denBergen sei es des Nachts so kalt, und weil die Kinder nur nochSommerröcke tragen, müssen sie fast erfrieren. Oft sei es aucham Tage kalt; die Bremsen und Fliegen blieben weg und manmüsse hungern; sie wolle lieber bei den Kirschen bleiben.Hansens Rat wurde aber mit vielen Stimmen angenommen, undin großen Scharen ging es auf die Alpen.

Da war ein herrliches Leben, und die Stare schlössen mitden Tieren gute Freundschaft. Im Herbst aber zogen die Alp-tiere wieder zu Tal, und da mußten die Stare die Alp auchverlassen. Sie suchten wieder ihren Nestort auf und machtenJagd auf Heuschrecken und Käfer, fanden sie nicht genug, sofütterten sie auch mit Gras.

Als die Weintrauben wieder reif waren, schwärmten vielein großen Zügen in die Weingegenden. Die Trauben schmecktenherrlich. Aber bald da, bald dort krachte es in den Reben, undmancherRinder fiel tot zur Erde, weil er wegen seiner Nasch-haftigkeit die Vorsicht vergaß.

Die Menschen lasen die Trauben ab. Alle Tage war mehrNebel, und oft gab es sogar Reif. Da wurde abgemacht, siewollten in ein warmes Land reisen. Sie sammelten sich in hellenScharen, und eine nach der andern zog fort.

Bald war es still im Lande.

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