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Lesebuch für die 5. Klasse der Primarschulen des Kantons Schaffhausen / im Auftr. der kant. Lehrmittelkommission zusammengest. von G. Kugler ; [6 Federzeichn. von Aug. Schmid]
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Brauerei, Hühner- und Geflügelhöse und Gärten für Blumen,Arzneikräuter und Gemüse. Ringsum aber zogen sich schützendePsahlwerke und Gräben, später auch Mauern und Türme. Ineiner solchen Klosterstadt waren die Mönche nur die Minder-zahl, aber Dienstleute, Arbeiter, Schüler, Knechte und Gästemußten sich auch der strengen Ordnung fügen, welche für dieBrüder galt. Etwas abseits lag das Dorf mit den hörigen Land-leuten und anderen Handwerkern und Dienern des Klosters, un-weit auch die Burg eines reisigen Dienstmannes, welchem derSchutz des Dorfes und des Klosters oblag. Er war meist denvornehmeren Brüdern verwandt. Die Mönche selber pflegtenalte Handschriften abzuschreiben. Unermüdlich malten sie dieBuchstaben, sauber aus Rot, Blau, Grün, Gold aus die Perga-mente. Wer schön zu schreiben verstand, wurde als Künstlerbewundert. Ganze Räume voll standen die abgeschriebenen Bändeund mehrten den Ruhm des Klosters. Einen besonderen Ruf ge-noß das Kloster St. Gallen wegen seiner großen Bibliothek.

Der Besuch der Herzogin Hadwig vonHohentwiel im Kloster St. Gallen.

Frau Hadwig hatte am Grab des heiligen Gallus ihre An-dacht verrichtet. Dann gedachte der Abt ihr einen Gang imschattigen Klostergarten vorzuschlagen, aber sie bat, ihr zu-vörderst den Kirchenschatz zu zeigen.

Sie traten in die Sakristei. Er ließ die gebräuntenSchränke öffnen, da war viel zu bewundern an purpurnenMeßgewändern, an Priesterkleidern mit Stickerei.

Hernach wurden die Truhen aufgeschlossen, da glänzte esvom Schein edler Metalle, silberne Ampeln gleißten herfür undKronen, Streifen getriebenen Goldes zur Einfassung der Evan-gelienbücher und der Altarverzierung: Mönche des Klosters hat-ten sie, ums Knie gebunden, aus welschen Landen heimgebracht.Der Abt mochte der Ansicht sein, daß der Anblick von Gold undSilber den Hunger nach Besitz errege, er ließ die letzte Truhenicht mehr erschließen und drängte, daß sie ins Freie kamen.

Sie lenkten ihre Schritte zum Klostergarten. Der trug anKraut und Gemüse viel nach Bedarf der Küche, zudem auch